Weiter Verbesserungsbedarf

Buntes Bild der Gesellschaft: Schülerinnen der Grundschule am Spitalplatz und einige Passanten bemalten am Aktionstag eine Litfasssäule. Foto: kb

Zugegeben, der Name klingt sperrig: „Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“ heißt der 5. Mai, seitdem die Interessensvertretungen Selbstbestimmt Leben Deutschland den Aktionstag 1992 ins Leben riefen. Einprägsam ist anders, doch davon lässt sich Ulrich Hauser nicht irritieren, schließlich geht es ihm und den übrigen Mitgliedern des Landsberger Behindertenbeirats um die Botschaft. Und so nutzten Hauser und seine Kollegen auch in diesem Jahr die Gelegenheit, auf Missstände aufmerksam zu machen.

Vier Themen stellte der Behindertenbeirat dabei bei seiner Kundgebung in der Landsberger Fußgängerzone besonders in den Mittelpunkt: Den Bahnhof in Kaufering, barrierefreies Wohnen im Landkreis, die Bildung sowie öffentliche WCs für Rollstuhlfahrer. An der Bahnstation Kaufering kritisierte Hauser die fehlenden Aufzüge an den Bahnsteigen, die es Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, verwehre, von Landsberg kommend in die Züge nach München oder Lindau umzusteigen. Im Landkreis fehlt es laut dem Behindertenbeirat zudem an barrierefreiem Wohnraum, ein Problem, dass nicht nur Behinderte, sondern auch zunehmend die ältere Bevölkerung betrifft. Besonders ärgerlich sei, sagte Hauser, dass bei neuen Sozialwohnungen nur dann Wohnungen für Rollstuhlfahrer gefördert würden, wenn es konkrete Anfragen gebe. In diesem Zug kritisierte der Sprecher auch die immer noch geringe Anzahl an Behindertentoiletten im Landkreis, die zudem teils als Putzkammer oder Abstellraum verwendet würden. „Hier müssen Menschen mit Behinderung die Planungsfehler ausbaden.“ Ein Lob hatte Hauser dagegen für die verbesserten Bedingungen an den Schulen im Landkreis übrig, einzig die Volkshochschulen seien weiterhin größtenteils nicht barrierefrei. Auch sonst vermeldete der Behindertenbeirat durchaus Verbesserungen, die in den letzten Jahren erreicht worden seien. Jeder Weg und jede Straße, die die barrierefrei ausgebaut werde, sei ein Gewinn für die Mobilität, stellte Hauser auch mit Blick auf den anstehenden Umbau des Hauptplatzes fest: „Deswegen sind wir auch dankbar, dass dort die Tage des Lechkiesels gezählt sind.“

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