Zwischenlösung für Asylbewerber:

Turnhalle oder Containerdorf?

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Ähnlich wie in der Hasenheide Fürstenfeldbruck möchte der Landkreis eine Anlage aus Wohnmodulen für die vorübergehende Unterbringung von Asylbewerbern errichten.

Landkreis – „Wir werden in Schwierigkeiten kommen“, glaubt Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landratsamtes. Bis Jahresende rechnet man im mit der Zuweisung von weiteren 80 Asylbewerbern – eine zwischenzeitliche Lösung wären Wohnmodule, oder im Extremfall die Unterbringung in Turnhallen.

Zur Zeit wohnen im Landkreis etwa 150 Asylbewerber – bis Jahresende rechne Müller mit insgesamt 230. „Wir können vielleicht noch Wohnraum für 30 Personen finden“, sagt der Pressesprecher. Fünf Wohnungen (zwei jeweils in Kaufering und Landsberg, eine in Penzing) werden derzeit für kurzfristige Zuweisungen hergerichtet. „Aber wir wissen auch noch nicht, wie wir diese Wohnungen dann aufteilen. Wir wissen nicht, wer kommt“, so Müller.

Für die übrigen 50 bis 60 Personen müsse dann eine Zwischenlösung gefunden werden. Während der Freistaat Bayern noch auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück für den Bau einer Gemeinschaftsunterkunft ist, denkt man im Landratsamt bereits darüber nach, ein Provisorium aufzustellen – vorzugsweise im Stadtgebiet Landsberg. „Das ist dann natürlich nicht auf Dauer“, stellt Müller klar, „doch wir brauchen eine Zwischenlösung bis schließlich eine Gemeinschaftsunterkunft kommt.“ Vor Ende 2015 rechne man allerdings keinesfalls damit, dass diese fertiggestellt sei.

„Im Extremfall müssen wir die Asylbewerber in Turnhallen unterbringen.“ Zwei Mitarbeiter des Amtes für öffentliche Sicherheit und Ordnung haben bereits geeignete Turnhallen gesucht und sind fündig geworden: die Sporthalle an der Lechstraße und an der Isidor-Hipper-Straße kämen infrage. „Das ist natürlich die letzte Option“, erklärt Wolfgang Müller. Zum einen haben die Asylbewerber wenig Privatsphäre in einer Turnhalle, außerdem müsse sie für jeglichen Sport- oder Schulbetrieb gesperrt werden.

Bis Jahresende könnten aber Module aufgestellt werden, vorausgesetzt, der Landkreis findet dafür ein Grundstück. Dazu hat das Landratsamt Anfang Mai alle Gemeinden angeschrieben – da er selbst kein geeignetes Grundstück besitzt. Das Grundstück müsse rund 800 bis 1000 Quadratmeter groß sein und zumindest über einen Strom- und Wasseranschluss verfügen. Für einen Übergangszeitraum von etwa eineinhalb Jahren müsse es dann zur Verfügung stehen, schrieb Ernst Schilcher (Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung) damals. Die Wohnmodule könnten ähnlich wie im benachbarten Landkreis Fürstenfeldbruck aufgebaut werden, erklärt Müller. Dort eröffnete im Herbst 2012 eine provisorische Wohnanlage für 68 Asylbewerber.

Derzeit suche man zusammen mit der Stadt Grundstücke für provisorische Container. „Landsberg ist einfach am zentralsten“, erklärt Müller, „aber das Grundstück kann auch anderswo sein.“ Stadtbaumeisterin Annegret Michler habe bereits Grundstücke in der Pfettenstraße und in der Ahornallee vorgeschlagen, berichtet Simone Loderer, Pressesprecherin der Stadt. „Allerdings sind das beides Grundstücke des Freistaates.“ Außerdem könnten die Asylbewerber möglicherweise auch im Gebäude des staatlichen Bauamts in der Irving-Heymont-Straße Platz finden: „Dort ist derzeit ein Leerstand.“

Wer Wohnungen oder Grundstücke zur Verfügung stellen kann, wird gebeten sich bei Ernst Schilcher, Telefon 08191/129102, zu melden.

Janina Bauch

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