Weiteres Bauland ist in Dießen nicht nötig

Wie sieht Dießen in Zukunft aus? Etwas konkreter geworden sind nun die Vorstellungen der Marktgemeinderäte, die in der vergangenen Woche den Vorentwurf des zu ändernden Flächennutzungsplanes (FNP) mit neuem Landschaftsplan (LP) auf den Weg schickten.

In kurzen Abrissen stellten Landschaftsplanerin Andrea Gebhard und Städteplanerin Ulrike Angerer die Entwürfe vor, die unter anderem nach zwei längeren Klausuren in der Ratsrunde entstanden sind. Wichtiger Punkt: Neue Baulandsausweisungen wird es in den nächsten Jahren nicht geben. Selbst wenn nur 60 Prozent der vorhandenen Wohnbauflächen, überplant wie unbeplant, genutzt würden, sei genug Platz für alle prognostizierten zukünftigen Einwohner der Marktgemeinde. Angerer rechnet bis zum Jahr 2022 mit zusätzlich 953 Dießener Bürgern, was dem angestrebten homogenen Wachstum der Marktgemeinde ent- gegenkommt. Innerorts werden dafür einige zusätzliche Flächen für die Bebauung geöffnet, so etwa am Baderfeld, an der Prälaten-, Rotter und der Tannenstraße. In den Ortsteilen sieht es ähnlich aus, wobei die Planerin auch hier nur stichpunktartig einige Beispiele aufzeigte. Grundsätzlich hat der Gemeinderat entschieden, dass künftig im FNP nicht mehr zwischen allgemeinem und reinem Wohngebiet unterschieden wird, um die Nutzung nicht von vornherein einzuschränken. So werden etwa auch in Dettenhofen ehemalige Dorfgebiete umgewidmet in Wohngebiete und Mischgebiete. Die Besitzer der Rückgrundstücke entlang des historischen Ortskerns hingegen erhalten auch künftig kein Baurecht, im Gegenteil: die Gärten sollen langfristig erhalten bleiben und statt als Dorffläche als Grünfläche ausgewiesen werden. Weniger Sondergebiete Ebenfalls aus dem FNP herausgenommen wurde das Sondergebiet Einzelhandel an der Landsberger Straße und die Fläche nördlich der Romenthal-Allee an der Lachenerstraße. Diese war ursprünglich als Erweiterungsoption für das Gewerbegebiet vorgesehen gewesen, liegt aber im Landschafts- schutzgebiet, was ohnehin ein Stolperstein für eine Überplanung gewesen wäre. Speziell im Landschaftsplan wird Wert gelegt auf eine harmonische Einbindung des Ortes in die Landschaft, was bedeutet, dass Ortsränder stärker begrünt werden sollen. Dies gilt auch für Bebauungen im Außenbereich – etwa für Aussiedlerhöfe. Ein besonderes Augenmerk möchte man außerdem auf den Bereich Seeufer legen, sowohl die Verbindung zwischen den dann neuen Seeanlagen und St. Alban als auch der nördliche Ortsteil selbst. Fünf Versammlungen Anhand des Vorentwurfes sollen nun Karten und Texte detailliert ausgearbeitet werden und erste Behördenabsprachen im Januar und Februar erfolgen. Die Bürger werden detailliert in fünf Ortsteile-Versammlungen Anfang März informiert, wobei die Frist für eine erste Bürgerbeteiligung von 1. März bis 6. April vorgesehen ist. Bürgermeister Herbert Kirsch rechnet mit der Fertigstellung des dann behördenverbindlichen neuen Flächennutzungsplanes zum Jahreswechsel 2010/2011.

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