Der Weizen ist zu störrisch – Liebevoll eingebunden: Alle fünf Jahre gibt es eine neue Erntekrone

Der Weizen ist etwas störrisch, weil zu trocken, der Hafer dafür umso schöner: Die neue Erntekrone des Dorfvereins Kaufering ist jetzt fertig. Sie wurde in mühevoller Handarbeit von Rosina Heinle und ihrem fünfköpfigen Team liebevoll eingebunden und soll nun als erstes das „Schnidhanad-Fest“ im Stadl beim Raps am Kirchberg zieren. Danach wird die Krone den „Bäuerlichen Wagen“ des Dorfvereins beim Leonhardiritt schmücken.

An fünf Nachmittagen hatten die Damen allesamt ehrenamtlich für den Dorfverein die neue Strohkrone mit Roggen, Weizen und Hafer eingebunden. Dies passierte in mühevoller Kleinarbeit, mit viel Liebe und geschultem Auge. „Man braucht schon ein bisschen Erfahrung, um solche eine Erntekrone zu binden“, erklärte Rosina Heinle, die zusammen mit ihrem Team diese Arbeit bereits seit 20 Jahren gerne ausführt. In dieser Zeit seien insgesamt fünf dieser Kronen unter ihrer Leitung entstanden. Denn durchschnittlich alle fünf Jahre müsse man eine neue fertigstellen, da sie im Laufe der Zeit doch etwas leidet und einfach nicht mehr so schön aussieht. „Der letzten haben beispielsweise die Vögel ganz schon zugesetzt“, so Heinle. Das Binden der Erntekrone erfolgt ganz traditionell, so wie es Heinle bereits vor 30 Jahren im Gartenbauverein selbst vermittelt bekommen hat. Erst wird das Gestell von oben nach unten mit Stroh eingebunden, um eine gewisse Festigkeit zu erlangen, dann erst wird das Getreide fixiert. Dieses wurde heuer im Übrigen von Monika und Josef Drexl zur Verfügung gestellt, ebenso der Hof als Fertigungsort. Die neue Erntekrone des Dorfvereins wird jetzt, Ende August, das „Schnidhanad-Fest“ im Stadl beim Raps am Kirchberg zieren und später den „Bäuerlichen Wagen“ des Dorfvereins beim Leonhardiritt schmücken. Dann können sich auch die vielen Besucher ein Bild von der neuen Erntekrone des Dorfvereins machen, die wie in den zurückliegenden Jahren auch, sehr gut gelungen ist. Früher war es üblich, auf den Bauernhöfen oder in den ländlichen Dorfgemeinschaften beim Erntefest aus Ähren große Erntekronen zu binden und auf dem Dorfplatz oder in der Kirche aufzustellen. Die Krone, Symbol der Macht, war gebunden auf den Kranz. Ohne Anfang und Ende steht er als Zeichen der Ewigkeit, der Unend­- lichkeit. Die Vielzahl der gebundenen Ähren, die die Krone bilden, erinnerten die Menschen an ihre Abhängigkeit und ihr Gebundensein an die Natur. Ohne eine gute Ernte, ohne die unter harter Arbeit eingefahrenen Naturgüter, war kein Überleben im Winter möglich. So wurde die Macht der Natur im Symbol der Erntekrone dargestellt.

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