Mit dem Rad von Landsberg zum Ammersee

Welche Radweg-Baumaßnahmen stehen dieses Jahr im Landkreis Landsberg an?

Rennrad im Sonnenuntergang
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Von gut ausgebauten Radwegen profitiert auch die Gruppe der Rennradfahrer.
  • Susanne Greiner
    vonSusanne Greiner
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Landkreis – 2021 ist ein gutes Jahr. Zumindest für den Bau von Radwegen. Denn seit diesem Jahr gibt es das Förder-­Sonderprogramm „Stadt und Land“ des Bundes, mit dem eine radwegebauwillige Gemeinde bis zu 80 Prozent Förderung bekommen kann. Auch der Landkreis kann diese Förderung beantragen. Aber welche Projekte werden dieses Jahr zwischen Lech und Ammersee überhaupt angegangen? Eine Übersicht über die geplanten Radwegebaumaßnahmen.

Der Sachgebietsleiter Kreisentwicklung und Wirtschaftsförderung – darunter fallen auch Rad- und Wanderwege – Rainer Mahl im Landratsamt nennt insgesamt 14 Radwege-Maßnahmen für dieses und nächstes Jahr. Teilweise schließen sie Lücken oder sind Umleitungen für bereits vorhandene, aber riskante Strecken wie stark befahrene Verkehrsstraßen. Bei anderen wird lediglich die Oberfläche saniert.

Über die Fördermöglichkeit im Rahmen von „Stadt und Land“ seien alle Gemeinden informiert, sagt Mahl. Die Anträge müssen allerdings dieses Jahr gestellt werden, um von der 80-prozentigen Förderung profitieren zu können. Nach einer Vorab-Anfrage bei der Regie­rung von Oberbayern und einer ersten Prüfung könne der eigentliche Antrag gestellt werden. Einige Gemeinden hätten die Voranfrage bereits gestellt.

Die Gemeinde kann aber auch eine 50-prozentige Förderung seitens des Projektträgers Jülich beantragen. Kommt die zustande, schießt der Landkreis Landsberg Geld zu – bis zu 50.000 Euro, je nach Höhe der Baukosten. Dafür stehen im Kreishaushalt heuer 200.000 Euro zur Verfügung.

Die Hauptproblematik für den Radwegebau liegt neben der Finanzierung aber beim notwendigen Grundstückserwerb, sagt Mahl. „Wenn einer nicht verkauft, ist das Projekt meistens gescheitert.“ Aber auch naturschutzrechtlichen Forderungen können den Bau erschweren.

So ist eine artenschutzrechtliche Kartierung notwendig, also eine Prüfung, ob der neue Weg durch ein Gebiet führt, in dem geschützte Tierarten wie Zauneidechse, Haselmaus oder Gelbbauch­unke unterwegs sind. „Das kann letztendlich ein K.o.-Kriterium sein“, gibt Mahl zu bedenken. Ebenso einher geht mit jeder Bodenveränderung auch immer ein landschaftspflegerischer Begleitplan. Dabei wird unter anderem geprüft, ob eine Gemeinde Ausgleichsflächen hat. Um im Rahmen des Naturschutzes die Oberflächenversiegelung zu minimieren, gebe es zudem eine Alternative zur normalen Asphaltierung, berichtet Mahl: Jurakalk, auch als Frankenschotter bekannt. Der werde hart wie Beton, weiß der Sachgebietsleiter. Aber sei weitaus durchlässiger.

Vier Radweg-Baupläne stehen für Rainer Mahl im Mittelpunkt:

• Windach – DELO – Eresing: Es sei wichtig, auch große Firmen an das Radwegenetz anzuschließen, ist Mahl überzeugt. Das sei bei den meisten im Landkreis bereits der Fall, die Firma DELO fehle aber noch. Für den Radweg laufe momentan noch die artenschutzrechtliche Kartierung. Der landschaftspflegerische Begleitplan ist für den Eresing-Windach-Radweg auch noch nicht abgeschlossen.

• Geltendorf – Kaltenberg – Walleshausen: Hier soll der „Heuweg“, ein Wirtschaftsweg, asphaltiert werden. Ein Wirtschaftsweg von Kaltenberg bis Walleshausen existiert bereits – und soll nun ebenfalls asphaltiert werden. Ergänzend wird ein Stich nach Wabern gesetzt. Innerhalb der nächsten Jahre soll noch die weitere Verbindung entlang des Paartalradwegs zwischen Egling und Walleshausen asphaltiert werden. „Somit würde ein durchgängiger, alltagstauglicher Radweg von Egling bis nach Geltendorf zum Bahnhof entstehen“, so Mahl.

• Stoffen – Lengenfeld und Stoffen – Pflugdorf: Bereits in diesem Jahr soll der Radweg, der bisher von Stoffen nach Lengenfeld führt, auf einen Wirtschaftsweg südlich davon verlegt werden. „Hier läuft die Voranfrage für einen Förderantrag ‚Stadt und Land‘ bereits“, weiß Mahl. Im kommenden Jahr soll aber die Hauptmaßnahme starten: Der Radweg „Romantische Straße“, der einzige deutschlandweite Radweg im Landkreis, der bisher auf der LL15 verläuft, soll über Stoffen Richtung Pflugdorf umgeleitet werden. Ein Wirtschaftsweg sei dort vorhanden, sagt Mahl, teilweise sogar schon asphaltiert.

• Unterdießen – Gewerbegebiet: Heuer soll bei der geplanten Verbindung bis zur B17 eine bestehende Lücke geschlossen werden: Wer auf der Kreisstraße von Unterdießen Richtung Unterdießener Gewerbegebiet will, muss bisher auf die Straße ausweichen. Weshalb ein neuer Radweg gebaut werden soll. Er werde auf ganzer Länge asphaltiert, sagt Mahl.

• Weitere Maßnahmen: Zwischen Asch und Seestall soll ein Wirtschaftsweg zu einem asphaltierten Radweg umgebaut werden.

Die Gemeinde Fuchstal ist an den Radweg „Via Claudia“ Richtung Oberdießen angebunden werden. Aber die Kreisstraße durch Asch ist sehr stark befahren“, weiß Mahl. Deshalb plane die Gemeinde eine Verlegung des Radweges in Richtung Westen, abseits der Straße.

Und wer sich bisher beim steilen Anstieg von Apfeldorf zum Engelsrieder See schwer tut, kann sich freuen: Hier ist geplant, den ‚Berg‘ mittels eines südlichen, ebenen Radweges zu umfahren.

Was immer noch ausstehe, sei natürlich der Radweg Dießen – Raisting, sagt Mahl. Aber es ist auch ein weiteres Großprojekte in Planung: die Anbindung der Stadt Landsberg an den Ammersee via Pürgen, Hofstetten, Finning und Entraching Richtung Utting. Dieses Jahr starte hier die Vorplanung für einen Radweg entlang der Kreisstraße.

Radfahrer Mahl hat noch einen Wunsch: ein durchgängiger Radweg von Schondorf nach Dießen entlang der Staatsstraße. Da gebe es zwar den Ammer-Amper-Radweg. Der sei natürlich sehr schön. Aber deshalb leider auch „übervoll“. Bisher bleibt es da aber beim Wünschen.
Susanne Greiner

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