Weltspitze mit dem Sieb-Prinzip

Hoher Besuch am Ammersee: Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat sich am Donnerstag bei der Firma inge watertechnologies in Greifenberg über die neusten Technologien zur Wasseraufbereitung informiert. Das Unternehmen ist in diesem Bereich weltweit führend und liefert seine Ultrafiltrations-Technologie an Abnehmer in der ganzen Welt.

Schavan war auf Einladung des CSU-Bundestagsabgeordneten Alexander Dobrindt in den Landkreis gekommen und konnte sich hier vom sinnvollen Einsatz der Fördermittel ihres Hauses überzeugen. Knapp eine Million Euro hat inge watertechnologies bisher vom Bundesforschungsministerium für Grundlagenforschung erhalten. „Die Fördermittel sind eine wesentliche Stütze unserer Innovationskraft und tragen zur Stärkung unserer internationalen Wettbewerbsfähigkeit bei“, so Vorstandsvorsitzender Bruno Steis. Das Unternehmen wurde im Jahr 2000 gegründet und beschäftigt 80 Mitarbeiter, 75 davon in Greifenberg und fünf in einer Niederlassung in China. Zum weltweiten Technologieführer wurde inge watertechnologies mit einer Membran, die im Prinzip funktioniert wie „ein Sieb mit Löchern“, wie Steis erläuterte. Diese Löcher haben dabei einen Durchmesser von weniger als einem Tausendstel eines menschlichen Haares. Sie können Keime, Bakterien, Viren und Schwebstoffe aller Art aus dem Wasser herausfiltern. Die Technologie kann in Anlagen jeder Größenordnung eingesetzt werden und wird weltweit vermarktet. Zu wenig Süßwasser „Der Kampf ums Wasser wird in den nächsten Jahrzehnten zu einem Überlebenskampf werden“, sagte Schavan. Das dem Menschen zugängliche Süßwasser mache weniger als ein Prozent der gesamten Wassermenge auf dem Globus aus. Schon heute haben 1,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu Trinkwasser. Die in Greifenberg entwickelte Technologie spiele eine zentrale Rolle in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. Deutschlands Führungsrolle in diesem Bereich werde auch dazu beitragen, neues Wachstum und neue Arbeitsplätze zu schaffen. „Unsere Forschungsmittel sind hier gut und segensreich investiert“, so Ministerin Schavan. Dobrindt unterstrich die Bedeutung der Wasseraufbereitung auch im Zusammenhang mit der globalen Bevölkerungswanderung und erklärte „Wo das Wasser geht, gehen die Menschen. Wo Wasser vorhanden ist, siedeln sich Menschen wieder an.“ Der außerordentlich hohe Nutzen der neuen Aufbereitungstechnologien rechtfertige die Forschungsgelder allemal. Peter Berg, bei inge watertechnologies Vorstand der Bereiche Technik und Produktion, wies darauf hin, dass das Unternehmen gemeinsam mit der Universität Dresden gerade ein neues Forschungsprojekt beantragt habe.

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