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Paul Piendls nächstes Ziel: Australien

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Von: Thomas Ernstberger

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Paul Piendl - Weltumsegler - Schondorf - Wasa
Fürs Bilderbuch: Die ,Wasa‘ liegt an den Fidschi-Inseln vor Anker. © Piendl

Schondorf – Schon lange nichts mehr gehört vom Schondorfer Weltumsegler Paul Piendl. Das liegt in erster Linie daran, dass er da, wo er zur Zeit über den Pazifik von Atoll zu Atoll, von Riff zu Riff und von Insel zu Insel segelt, nur ganz selten WLAN oder ein Mobilfunknetz nutzen kann.

Jetzt hat sich der 23-Jährige wieder beim KREISBOTEN gemeldet – aus einer kleinen Stadt namens Savusavu im Norden des Inselstaats Fidschi im Südpazifik. „Hier sind wir Anfang September angekommen“, erzählt Paul. Zwei Wochen, mit Zwischenstopps auf einem „Riff mitten im Ozean“ und in West Samoa, war die ,Wasa‘ von Bora Bora in Französisch Polynesien, nordwestlich von Tahiti, aus nach Fidschi unterwegs, das sind 1.800 Seemeilen (rund 3.333 Kilometer). Mit Paul und drei „Mädels“ an Bord. Neben Maelle aus Belgien und Keren aus Israel, die Piendl schon länger begleiten, war auch seine Schwester Luisa in Tahiti für zwei Wochen zur Crew gestoßen.

„Das war richtig schön, auch wenn das Boot mit vier Leuten ordentlich voll war. Wir haben viel gesehen – und am Abend beim Lagerfeuer am Strand selbst geangelte Fische gegrillt“, schwärmt der Abenteurer vom Ammersee. „Wir waren ein richtig gutes Team, es hat alles wunderbar geklappt.“

Weltumsegler Paul Piendl - Schondorf
Frischer Fisch gefällig? Der Schondorfer Weltumsegler Paul Piendl holt das Abendessen direkt aus dem Pazifik – sehr zur Begeisterung seiner Crewmitglieder. © Piendl

Bis auf einen Zwischenfall, den er, da er geimpft ist und bereits einmal an Corona erkrankt war, überhaupt nicht auf der Rechnung hatte. Und zwar auf der Insel Western Samoa, einst eine deutsche Kolonie, die seit drei Jahren wegen der Pandemie geschlossen war. „Wir waren erst das zehnte Boot, das wieder rein durfte“, erzählt Piendl. Erneut fing er sich den Covid-Virus ein: „Am Tag nach der Abfahrt bekam ich Fieber, Gliederschmerzen und Kopfweh.“ Der Test war dann positiv. Paul: „Da mussten die Mädels das Segeln übernehnen, was bestens klappte. Ich hatte Glück, dass ich nach sechs Tagen, bei der Einreise nach Fidschi, wieder negativ war. Sonst hätte in Quarantäne gemusst.“

Luisa ist inzwischen wieder zuhause, auch die beiden anderen „Mädels“ werden bald von Bord gehen. Wie geht’s dann weiter? Da hat der Schondorfer Bootsbauer ganz konkrete Pläne: „Ende September will ich im Westen von Fidschi sein, von dort werde ich nach Australien segeln.“ Paul hat für diese Passage „16 bis 18 Tage“ eingeplant, will Ende Oktober in Sydney sein. Mit welcher Crew? „Das steht noch nicht fest“, sagt er. „Vielleicht machen wir’s zu Zweit oder zu Dritt. Ich hätte aber auch richtig Lust, alleine zu segeln“.

Bis April kommenden Jahres will Piendl in Down Under bleiben, einen Weihnachtsbesuch daheim am Ammersee wie letztes Jahr, wird es diesmal nicht geben. „Ich habe mich in Australien für die Kapitäns-Lizenz für Yachten angemeldet und hoffe, dass ich an Weihnachten und Neujahr als Crew-Mitglied auf einem anderen Boot an der Sydney-­Hobart-Regatta (wird seit 1945 ausgetragen/d. Red.) teilnehmen kann. Das wäre mein Wunschtraun.“

Zudem steht auf dem fünften Kontinent „arbeiten und Geld verdienen“ auf dem Programm. Paul: „Ich habe bislang noch keine feste Job-Zusage. Aber ich hoffe, dass ich als Skipper auf einer Charter-Yacht oder als Dock-Manager in einer Marina arbeiten kann.“

Weitere Informationen und Paul Piendls Blog gibt es auf hier.

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