Familientreff in der Karibik

Weltumsegler Paul Piendl aus Schondorf trifft sich auf Curacao mit seinen Eltern


Nach mehr als einem halben Jahr endlich wieder vereint – die Familie Piendl. Auf Curaçao treffen Vater Markus (r.) und Mutter Susanne Piendl (l.) ihren „umtriebigen“ Sohn Paul.
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Nach mehr als einem halben Jahr endlich wieder vereint – die Familie Piendl. Auf Curaçao treffen Vater Markus (r.) und Mutter Susanne Piendl (l.) ihren „umtriebigen“ Sohn Paul.
  • Thomas Ernstberger
    VonThomas Ernstberger
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Schondorf/Curacao – Eine glückliche Familie – auf der Karibikinsel Curaçao nach mehr als einem halben Jahr endlich wieder vereint. Es war exakt 16.58 Uhr Curaçao-Zeit, als Markus und Susanne aus Schondorf endlich den Einmaster sahen, der gerade der Bucht „Spanish Waters“ nahe der Hauptstadt Willemstad zum Ankern entgegensegelte.

„Da kommt er ums Eck. Wir sind so happy“, schrieb Markus Piendl in den sozialen Netzwerken. „Er“ – das ist der 22-jährige Bootsbauer Paul Piendl, der sich am 31. Dezember 2020 von Lagos in Portugal aus aufgemacht hatte, mit seiner über 40 Jahre alten „Wasa“ die Welt zu umsegeln.

Seither ist viel passiert. Über Lanzarote, La Palma und Französisch-Guayana (da noch mit seinen beiden Freunden Leon Heinrich und Moritz Nick) landete der junge Weltumsegler Anfang April auf Grenada.

Hier trennten sich – wie vorher besprochen – nach rund 4.100 Seemeilen die Wege des Trios. Paul blieb gut drei Monate, erkundete die Karibikinsel, lernte viele Menschen kennen (wie die Landsberger Segel-Familie Finkbeiner) und wollte dann gemeinsam mit Vater Markus die nächste Etappe nach Curaçao segeln. Es war alles geplant: Der Papa fliegt über Paris und New York nach Grenada, Mama Susanne reist direkt nach Curaçao, wo dann nach erfolgreicher Überfahrt das große Familientreffen stattfindet.

Doch es kam etwas anders: Weil Markus wegen der strengen Corona-Maßnahmen nicht in die USA einreisen durfte, flog er später direkt von Paris nach Curaçao. Und Paul nahm den 430-Seemeilen-Trip mit der Wasa alleine in Angriff. „So etwas wollte ich schon immer mal machen“, erzählte er.

Es lief alles bestens. Paul brauchte genau drei Tage und fünf Stunden für seinen Solo-Trip. Bis er seine Eltern allerdings begrüßen durfte, dauerte es nochmal zwei Tage. Grund: Erst nach einem negativen PCR-Test („der abenteuerlichste bisher“) durfte er auf Curaçao an Land gehen.

„Endlich sind wir zu Dritt“, freute sich die Mama, nachdem sie ihren Sohn endlich in die Arme schließen konnte. Und Paul sagt: „Die Freude war groß. Das Wiedersehen war schon eine coole Sache.“

Seine Solo-Passage als „Einhandsegler“ von Grenada nach Curaçao mit einer Durchschnitts-Geschwindigkeit von 5,5 Knoten: „Anstrengend, vor allem in der Nacht, da ich mir alle 20 Minuten den Wecker gestellt habe, um mich selbst davon überzeugen zu können, dass ich freie Fahrt habe. Bis zum Sonnenaufgang wurde ich 26 Mal geweckt. Aber dennoch war’s eine neue, gute Erfahrung“, erzählt er. Er hat Fische gefangen und sie an Bord zubereitet, viel gelesen - und untertags „viel geschlafen.“

Entspannte Tage

Mittlerweile sind die Eltern zu Paul aufs Boot gezogen. Gemeinsam sind sie nach Klein-Curaçaowie der Name schon sagt, eine kleine, vorgelagerte Insel, gesegelt und dort vor Anker gegangen.

„Wir wollen einfach ein paar entspannte Tage miteinander verbringen“, erzählt Paul im Gespräch mit dem KREISBOTEN.

Viel Zeit bleibt nicht: Am Wochenende fliegen die Piendls wieder heim nach Deutschland. Natürlich ohne den Junior, der aktuell noch keine konkreten Pläne für die nächste Zeit hat.

„Ich bleibe erst mal die nächsten Wochen da und will mir hier alles anschauen“, sagt er. „Dann entscheide ich, wie es weitergeht.“

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