Kein Durchkommen für Fußgänger

Die Schranken sind montiert

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Egal, ob gut ausgebauter Fußweg oder Waldweg am Lechhang – die neuen Schranken lassen schon mal erahnen, dass hier bei Eis und Schnee nichts mehr gehen wird.

Landsberg – Der Chef des Tiefbauamtes hat im Oktober auf das Dilemma hingewiesen: Wird das Orga-Gutachten des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbandes am Bauhof umgesetzt und Personal abgebaut, dann ist der Winterdienst gefährdet, Treppenaufgänge können nicht mehr geräumt werden. Jetzt sorgt Hans Huttenloher für Aufregung: Er hat bereits Sperren anfertigen und anbringen lassen, obwohl das Thema noch gar nicht ausdiskutiert ist. Das soll erst am Mittwoch (18 Uhr) im Stadtrat geschehen.

Zur Erinnerung: Laut Orga-Gutachten gibt es am städtischen Bauhof einen Überhang von fünf Stellen. Und die sollten laut BKPV abgebaut werden, wogegen sich Hans Huttenloher zur Wehr setzte. Er führte den Ratsmitgliedern im Bauausschuss die „Gefährdung des Winterdienstes“ im bisherigen Umfang vor Augen – mit Erfolg. Einstimmig fiel die Empfehlung an den Stadtrat, es bei 48 Stellen zu belassen. Entsprechend lautet auch der Beschlussvorschlag für die heutige Ratssitzung, wobei davon auszugehen ist, dass er angenommen wird.

Warum aber trotzdem die Absperrungen (jeweils oben und unten) an sechs Treppenanlagen? Nicht wenige Lechstädter, die diese Wege gerne nutzen und ihr Auto dafür in der Garage lassen, stehen kopfschüttelnd vor den massiven Schranken. Auf Anfrage des KREISBOTEN betont Huttenloher via Pressesprecher Andreas Létang mehrfach, dass die Maßnahme „ausschließlich durch das reduzierte Personal im Bauhof“ verursacht worden sei.

Reduzierung? Mit dem Ausschussbeschluss vom 7. Oktober ist das nicht in Einklang zu bringen, dennoch lässt Huttenloher für rund 900 Euro (Materialkosten) und 100 Arbeitsstunden von den Bauhofmitarbeitern die zwölf Schranken anfertigen und einbauen.

Damit will die Stadt bei Schnee und Eis auf Nummer sicher gehen, da „ein Schild mit dem alleinigen Hinweis, dass im Winter nicht gestreut und geräumt wird, aus rechtlicher Sicht nicht ausreicht“. Darüber hinaus sei es erforderlich, die Treppen mit entsprechenden Vorrichtungen zu sperren. Sollten sie dennoch genutzt werden, was nur nach Übersteigen der Schranke möglich sei, bestehe im Schadenfall gegen die Stadt kein Ersatzanspruch. Deshalb könne man auf eine Kontrolle, etwa durch den Ordnungsdienst, verzichten.

Um den „Service für den Bürger“ (Huttenloher) zu erhöhen, werden die sechs Treppen je nach Wettervorhersage geöffnet oder geschlossen. Die Entscheidung obliege dem Einsatzleiter des Winterdienstes.

Toni Schwaiger

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