Weniger mähen in der Stadt Landsberg:

Mehr Wildblumen auf öffentlichem Grün

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Mehr blühen soll es fortan nicht nur in den Trögen auf dem Hauptplatz, sondern vermehrt auch an den Straßenrändern, Kreisverkehren und sonstigen geeigneten Flächen.

Landsberg – Auch die Stadt will einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten. Wie sie dabei vorgeht, wurde in der jüngsten Bauausschusssitzung deutlich. Anlass war ein Antrag der Landsberger Mitte, an den Straßenrändern, auf Kreisverkehren und sonstigen geeigneten Flächen Blühstreifen anzulegen.

Wie der fürs Stadtgrün in Landsberg zuständige Verwaltungsmitarbeiter Mario Düchs berichtete, hat man sich von häufigem Mähen und Mulchen bereits verabschiedet. Statt sechs- bis achtmal im Jahr werde nur noch zwei- bis viermal gemäht. Blühinseln auf Rasenflächen würden stehen gelassen, gegenüberliegende Straßenseiten in zeitlichem Abstand gemäht, damit immer eine Seite blüht. „Wir wollen, dass der natürliche Wildblumenbestand wächst“, bekräftigte Düchs.

Tatsächlich müsse – sofern die Flächen nicht gemulcht werden – nichts extra ausgesät werden, bestätigte der Biologe Dr. Andreas Fleischmann. „Die Natur ist immer noch der beste Gärtner für unsere heimischen Flächen.“ Im Landsberger Westen werde das neue Mähkonzept bereits vorbildlich umgesetzt. Der Grünstreifen am Hindenburgring werde seit dem letzten Jahr nicht mehr gemulcht. „Die Vegetation hat sich dort schon geändert.“

Ein großer Standortvorteil für Landsberg ergebe sich durch die mageren, kiesigen Böden, auf denen Wildblumen bestens gedeihen. Wichtig dabei: „Wir wollen keine Naturschutzgebiete schaffen, sondern Lebensraum für Landsberger Bürger.“

Entsprechend sei es wichtig, die Bevölkerung über Sinn und Zweck des selteneren Mähens zu informieren, betonte CSU-Stadtrat Hubert Schlee, Referent für öffentliche Anlagen. Schließlich solle nicht der Eindruck entstehen, die Flächen würden schlicht vernachlässigt. OB Mathias Neuner (CSU) schwebt die Aufstellung entsprechender Info-Tafeln vor, und auch auf der Internetseite der Stadt soll das Thema aufgegriffen werden.

Fleischmann erklärte auf Nachfrage von Berthold Lesch (CSU), dass sich in höherem Grün nicht mehr Zecken aufhalten würden als in kurzem. Vielmehr steige die Häufigkeit von Zecken mit der Anzahl von Menschen und Tieren. „Die Anzahl der Zecken hängt nicht von der Höhe des Grases ab.“

Beifall für das neue Mähkonzept kam auch von der Grünen-­Fraktion, die einen entsprechenden Antrag bereits vor Jahren gestellt hatte. „Ich bin begeistert, dass es sich so entwickelt hat“, sagte Traudl Lüßmann.

Antrag überflüssig

Der aktuelle Antrag der Landsberger Mitte kam gar nicht mehr zur Abstimmung. Hans-Jürgen Schulmeister erklärte, ihm sei nicht bewusst gewesen, was die Stadt schon alles unternehme. „Sonst hätte ich den Antrag in der Form nicht gestellt.“

Worauf die Stadt keinen Einfluss hat, ist die Gestaltung von Privatgärten, wo man zuweilen nur noch Steine und Buchs sehe, wie Franz Daschner (UBV) bedauerte. Vorschriften über Bepflanzung könne man in Bebauungsplänen aber aus rechtlichen Gründen nicht festschreiben, winkte Ordnungsamtschef Ernst Müller ab. 

Ulrike Osman

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