50 % weniger Verkehr mit der Brücke Landsberg-Nord

Für UBV-Stadtrat Dr. Reinhard Steuer ist es ein „absoluter Wahnsinn“, für die Mehrheit der Ratsmitglieder im Finanzausschuss indes eine nähere Betrach­tung wert: die von CSU-Chef Helmut Weber ins Gespräch gebrachte Nord­umgehung Landsbergs. Südlich der A96 könnte sie seiner Ansicht nach als Autobahnpa­rallelstraße die B17alt mit der Epfenhausener Straße verbinden und damit den Verkehr auf dem Hauptplatz um rund 50 Prozent verringern.

Zum Auftakt der Haushaltsberatungen hatte der Christsoziale seinen Antrag auf den Tisch des Oberbürgermeisters gelegt. Weber fordert darin die Aufnah­me von Planungsmitteln für eine Untersuchung der Nordumgehung ins Finanzpaket 2010. Das sei nicht mehr und nicht weniger als die Umsetzung des Bür­ger­entscheides zum Umbau des Hauptplatzes und dessen Entlastung vom Durchgangsverkehr, betonte Weber am Mitt­woch im Finanzausschuss. „Nach wie vor fahren pro Tag fast 16000 Fahrzeuge von West nach Ost oder umgekehrt über den Hauptplatz“, erinnerte der CSU-Chef und fuhr fort: „Die am Wettbewerb beteiligten Architekten müssen ein Signal bekommen, dass der Verkehr raus muss, ohne den Hinteranger zu belasten.“ So weit möchte OB Ingo Lehmann (SPD) im Moment nicht gehen, möchte den CSU-Vorstoß in ein Gesamtkonzept einbinden. Drei Schritte soll es umfassen. Zunächst wird im Früh­- jahr eine Mobilitätsanalyse erstellt. Sie betrachtet das Verhalten aller Verkehrsteilnehmer, vom Fußgänger über den Radler bis hin zum Auto- bzw. Kraftfahrer. Nächster Schritt ist ein Verkehrsgutachten, dessen Ergebnisse zuletzt in eine konkrete Planung fließen könnten. „Ich sehe da keinen Widerspruch zu dem CSU-Antrag“, sagte Lehmann und fand Zustimmung beim Antragsteller. Kein gutes Haar hingegen ließ UBV-Frontmann Dr. Reinhard Steuer an der möglichen Nord­umge­hung. An der Westseite, also B17alt, die Straßenmeisterei zu verlegen und eine weitere, in jedem Fall einzuhausende Lechbrücke zu bauen, sei „völlig illusorisch“. Sowohl aus naturschutzrechtlicher als auch finanzieller Sicht sei das „absolu­ter Wahnsinn“. BAL-Stadtrat Reinhard Skobrinsky wiederum glaubt nicht, dass man dem Bürger einen Brücke neben der A96-Brücke vermitteln könne. Gleichwohl sprach er sich ebenso wie Harald Reitmeir (CSU) für Lehmanns 3-Schritte-Plan aus. Straße schließen? Eben dieser Plan soll auch in die Überlegungen um die Zukunft der Schwiftinger Straße einfließen. Deren Ausbau bis zur Osttangente mit gleichzeitiger Verlängerung des Fahrradweges hatte Martin Zeiser (UBV) im Vorfeld der Haushaltsberatung eingebracht. OB Lehmann will dieses Thema im kommenden Jahr ausführlichst im Bauausschuss be­raten wissen. Und dabei werde man sich auch mit einer möglichen Schließung befassen. Immerhin, so der OB, komme der Schwiftinger Straße keine wichtige Funktion mehr zu. In erster Linie werde sie als Abkürzung zwischen Münchener Straße und Osttangente genutzt.

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