"Wenn man alles so überlegt..." – Gutgläubiger Autohändler von Afrikanern betrogen

Wo das Geld ist, wusste keiner der beiden Verurteilten, die sich am Mittwoch vor dem Schöffengericht aufgrund gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs verantworten mussten. Wegen ihrer lückenhaften Geständnisse und einem „professionellen Vorgehen“, mit dem die gebürtigen Liberianer einen Landsberger Geschäftsmann um 49500 betrogen haben, sah Richter Dr. Wolfgang Daum auch für den Nicht-Vorbestraften keinen Spielraum mehr für eine Bewährungstrafe.

Der 40-Jährige, ein gelernter Goldschmied, wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt. Sein Komplize, ein 28-jähriger Koch, muss zwei Jahre im Gefängnis verbüßen. Staatsanwalt Kai Höltkemeier hatte dieses Strafmaß, zudem eine Bewährungstrafe für den jüngeren, nicht-vorbestraften Täter vorgeschlagen. Dessen Pflichtverteidiger, Patrick Ottmann, sprach sich noch für eine monatliche Zahlung von 100 Euro an den Betrogenen aus. Als Brüder hatten sich die in Köln Lebenden im Juni 2008 vorgestellt und den Autohändler mit dem „Wash-Wash-Trick“, einer altbekannten Masche, wie der Bremer Anwalt des Älteren erklärte, ausgenommen. Für eine Million Euro wollten sie Geländewagen kaufen. Das Geld, geschwärzte, aber „echte Dollarnoten“, hatten sie dabei – nur bräuchten sie Geld für eine teure Chemikalie, um die Geldscheine zu entfärben. Auf der Toilette eines Kebab-Hauses am Hauptplatz führten sie die Entfärbung vor, die laut BKA-Gutachten allein darin besteht mit Jodlösung schwarz gefärbtes Papier mit Ascorbinsäure aufzuhellen. Bei seiner Aussage schüttelte das Opfer über seine Gutgläubigkeit selbst den Kopf. „Jeden Tag, haben sie mich bearbeitet“, so der 42-Jährige. Doch ihn lockte wohl die Provision mit der er Kunden an hiesige Autohäuser vermitteln wollte. Überzeugt von der Wirkung der Chemikalie, übergab er den Angeklagten bei mehreren Treffen, fast 50000 Euro für das Entfärbemittel. Dann verschwanden die „Geschäftspartner“. Durch eine ähnliche Betrügerei in München waren die beiden aufgeflogen. Über ihren dritten Mann, der noch 35000 haben soll, schwiegen sie sich aber aus.

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