Wenn der Behinderte zweimal klingelt

Einfach eine Klingel

Zusammenfassend wies Peter Huber, Leiter des Hochbaureferates, darauf hin, dass jedwede Türautomatik, ob nun voll­­auto­matisch, mit Knopf oder Servoantrieb, einen hohen Wartungs­aufwand und die Gefahr von Beschädigung nach sich zögen. Hubers Vorschlag: einen Klingelknopf installieren. Die Kollegen des Verkehrsamtes im Rathaus sähen in der gelegent­- lichen Mithilfe beim Öffnen der Türen kein Problem. Eintritt nur nach Klingeln hielt die Behindertenbeauftragte des Landkreises, Barbara Juchem, ebenso für nicht akzeptabel wie das Warten auf den Hauptplatz­umbau. „Wir müssen die Sache jetzt weiterverfolgen“, so die CSU-Stadträtin. Sie sprach damit den anderen Ratsmitgliedern aus der Seele, ganz beson­ders dem an den Rollstuhl ge­­- fesselten Jonas Pioch. Er bat um eine „Interessensabwägung zugunsten der Behinderten“ und erinnerte daran, dass sich im Rathausanbau die einzige öffentliche Behindertentoilette in der Altstadt be­finde. Warum die Rampe? Theoretisch wäre diese Toilette auch über den mit einer Rampe ausgestatteten Hinterhof des Rathauses erreichbar. Nur theoretisch – dank des Kopfsteinplasters in der Hinteren Salzgasse, das für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollator eine kaum zu meisternde Hürde ist. „Nicht akzeptabel“, konstatierte Juchem. CSU-Fraktions­chef Helmut Weber setzte noch eins drauf: „Wofür gibt es eigentlich die Rampe? Die hätten wir uns doch sparen können, wenn der Zugang so schlecht ist.“ Des Rätsels Lösung aus berufenem Munde: „Wir weisen im Hof drei Parkplätze für Behinderte aus, dann ist das alles kein Problem“, so Barbara Juchem. Letztlich, in der zweiten Abstimmungsrunde, sprach sich der Bauausschuss auf Empfehlung von Jonas Pioch einstimmig dafür aus, die Variante „Öffnungshilfe mit Servoantrieb und Radarsteuerung im Türgriff“ weiterzuverfolgen.

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