Wenn das Gebälk zerbröselt – Filialkirche St. Benedikt in Sandau geschlossen

„Die Filialkirche St. Benedikt in Sandau ist geschlossen!“ Diese dringliche Anordnung kommt von der Bischöf- lichen Finanzkammer Augsburg. Sie sei zwingend notwendig gewesen, da bei der Überprüfung des Dachstuhls „erhebliche Fäulnisschäden an den Konstruktionshölzern“ der rund 1250 Jahre alten Kirche gefunden wurden. Als Folge kann die Sicherheit des Dachreiters am Westgiebel nicht mehr nachgewiesen werden. Daher besteht eine akute Gefährdung für Besucher. Eine notwendige Sanierung kann erst im Frühjahr beginnen.

Auf den Schaden aufmerksam wurden die Kirchenoberen durch zwei Fledermausforscher, die den Dachstuhl nach den nachtaktiven Tieren absuchen wollten. Zwar fehlte jede Spur von Fledermäusen, jedoch meldeten sie eine „nasse Stelle, direkt über dem Altar“. Nachdem Mitarbeiter einer Zimmerei die Ursache lokalisieren sollten, förderten diese beim Blick in den Dachstuhl einen viel größeren Schaden zu Tage. Unten den Dachplatten waren die Holzfassungen, auf denen der Dachstuhl aufgelegt ist, durch Nässe völlig verfault. „Die Situation hier in Sandau ist identisch mit der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt“, betonte Stadtpfarrer Thomas Rauch. In beiden Fällen sei der Dachstuhl in einem guten Zustand, doch an den Endstellen, wo das Gebälk aufliegt, habe der Zahn der Zeit deutliche Spuren hinterlassen . Vor allem im Bereich des kleinen Kirchturms seien die Holzauflagen im Grunde gar nicht mehr vorhanden, betonte Professor Franz Bernhard Weißhaar. Daher neige sich der Turm auch schon leicht gen Osten und droht auf das Dach der Kirche zu fallen. Mit der Sanierung könne man jedoch aufgrund der Witterung erst im Frühjahr beginnen. Bis dahin hoffen die Verantwortlichen auf wenig Schnee und wenig extreme Wetterlagen. In einem ersten Schritt müsste im Frühjahr das Dach abgedeckt werden, um den Dachstuhl zu entlasten, erklärte Weißhaar. Dann würden Stück für Stück die verfaulten Elemente durch neue ersetzt. Die Schließungsanweisung der Bischöflichen Finanzkammer Augsburg gilt im übrigen bis zum Abschluss der Sanierungsarbeiten. Finanzierungslücke Die Kosten für diese aufwändige Sanierung schätzt Stadtpfarrer Rauch auf „200000 Euro plus x“, wobei das x noch deutlich höher ausfallen könnte. Gerade diese Summe dürfte Rauch einige Sorgenfalten bescheren, gilt es doch noch eine Finanzierungslücke von rund 400000 Euro für die millionenschwere Sanierung der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt zu stopfen. Rauch erwartet mit Blick auf Sandau Finanzmittel von der Diözese, der Stadt und dem Freistaat. Den Rest wird die Pfarrei wohl selbst aufbringen müssen, dabei hofft der Geistliche unter anderem auf Spenden und den Freundeskreis St. Benedikt Sandau.

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