Wenn’s im Wassereimer brodelt

Debatte um die Fritz-Beck-Hauptschule: Die UBV fordert fließend Wasser in den Schulcontainern und die Grünen eine frühere energetische Sanierung. Foto: Peters

Eimer schleppen ist auf unbestimmte Zeit angesagt. Während sich Lehrer und Schüler der Fritz-Beck-Hauptschule im Moment damit abfinden müssen, dass es in den neuen Unterrichtscontainern kein fließend Wasser gibt, regt sich im Stadtrat erster Widerstand. Für eine „angemessene Ausstattung“ der Schulräume sei es laut Christoph Jell (UBV) durchaus vertretbar, 25000 Euro an andere Stelle einzusparen und für die Nachrüstung der Container auszugeben.

Wie im KREISBOTEN berichtet, sind in den Sommerferien vier Schulcontainer als Ersatz für den zuvor abgerissenen Dobler-Bau an der Fritz-Beck-Hauptschule aufgestellt worden. Und weil die Stadtoberen im Gegensatz zu Schulleiter Josef Kannheiser von einer kurzfristigen Übergangslösung ausgingen, erachteten sie das Schleppen von Eimern für durchaus zumutbar. Gesagt, getan, Schüler wie Lehrer müssen sich damit abfinden – vorerst, denn Stadtrat Jell und die UBV-Fraktion sind da ganz anderer Ansicht. Ein Unterricht über ein bis zwei Schuljahre ohne fließendes Wasser sei für beide Seiten unzumutbar. Ohnehin ist Jell auf das Thema absolut nicht gut zu sprechen, musste er doch aus der Presse von dem Missstand erfahren. Das erstaunt ihn umso mehr, da im Rahmen einer Besprechung zur Situation der Hauptschulen im April noch die Rede von „guter Ausstattung“ gewesen sei. Jell: „Es hieß damals, Strom und fließend Wasser seien selbstverständlich.“ Weil dem nun nicht so ist, beantragt die UBV eine Nachrüstung der vier Container. Die dafür erforderlichen 25000 Euro könne man getrost in Erpfting einsparen: Die Skateboardbahn nicht wie geplant näher an den Ortsteil verlegen, sondern die vorhandene nur ertüchtigen – so wie das die von der Umlegung betroffene UBV-Stadträtin Martha Borgmann aus Erpfting fordert. „Die Jugend hätte trotzdem eine sehr gute Freizeiteinrichtung“, sagt Jell, „und die Fritz-Beck-Hauptschule eine angemessene Ausstattung.“ Ob der UBV-Vorstoß zu fließend Wasser im Schulcontainer verhilft, wird sich am 29. September zeigen. Erst dann steht der Antrag auf der Tagesordnung des Stadtrates, kündigt Pressesprecherin Bettina Barnet an. Sanierung vorziehen? Auch die Grünen im Stadtrat haben sich Verbesserungen an der Mittelschule auf die Fahnen geschrieben. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr reichte Ruth Satzger kürzlich einen Antrag ein, die energetische Sanierung von „Altbau“ und Fachklassentrakt bereits in 2011 zu starten und die entsprechenden Haushaltsmittel bereitzustellen. Weiterhin fordert sie namens ihrer Fraktion vorab ein Gutachten zur Planung der Sanierungen sowie den Einbau von kon­- trol­lierten Lüftungsanlagen. Mit Blick auf den voraussichtlichen Raumbedarf und die aktuelle Container-Lösung möchten sie einen Nutzungsplan für die nächsten fünf erstellen lassen.

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