Wertvolle Eindrücke

Beim gemütlichen Kaffeeplausch in der SOS-Kinderdorffamilie Horn (von links): Dorothee Bär, Alexander Dobrindt, Samira, Lucia, Kinderdorfmutter Cornelia Horn mit Enkelin Antonia, Philip, Marc, Santana und Kinderdorfleiter Erich Schöpflin. Foto: Hollrotter

Mit Handschlag und Austausch der Vornamen begrüßten sie die fünf Buben und Mädchen der Kin­der­dorf­familie Horn – und ernteten ein beeindrucktes „cool“ für ihren Arbeitsplatz. Beim Besuch im SOS-Kinderdorf Ammersee stellten CSU-Wahlkreisabgeordneter Alexander Dobrindt und die Familienpolitische Sprecherin im Bundestag, Dorothee Bär, nicht nur fest, „mit welcher Leidenschaft und fachlicher Tiefe das Dorf geführt wird“. Sie nahmen auch „eine ganze Reihe wertvoller Eindrücke“ für ihre weitere Arbeit im Bundestag und insbesondere zur Aufstellung des neuen Kinderschutzgesetzes mit.

Völlig ungezwungen plauderten Bär und Dobrindt am Kaffeetisch mit den Kindern über Schule, Berufspraktikum und die Ferien. In der elfjährigen Samira entdeckten sie eine junge „Nachwuchspolitikerin“, wurde sie doch in die Kinderkommission des SOS-Kinderdorfs ge­wählt. Allerdings schaffte sie den Sprung in das mitbestimmende Parlament ganz ohne Wahlkampf und Plakate, wie sie den Besuchern verschmitzt lächelnd erklärte. Vom Alltag in der Familie hatte zuvor SOS-Kinderdorfmutter Cornelia Horn berichtet. Sie war besonders stolz darauf, dass mittlerweile alle Kinder den Sprung von der Förder- in die Regelschule geschafft haben und manche – wie Samira – gar die Realschule besuchen. „Bei der schulischen Förderung ist unser Träger, der SOS-Kinderdorf-Verein, besonders großzügig“, freute sie sich. Bär und Dobrindt waren beeindruckt vom „gemütlichen Zuhause“ der Kinder, der schönen Anlage und vor allem vom Herzblut, mit dem den Kindern in Dießen „Halt, Bindung und Geborgenheit“ (Bär) gegeben wird. Im Gespräch mit Kinderdorfleiter Erich Schöpflin und Bereichsleiter Christoph Rublack erhielten die beiden CSU-Politiker Einblick in Geschichte und Zielsetzung des SOS-Kinderdorfes. Schöpflin erläuterte zudem das breite Jugendhilfespektrum des Verbunds. Zu diesem zählen neben der stationären Einrichtung in Dießen mit Kita und Hort eine Kinderwohngruppe mit Elterncoaching in Hagenheim, die Sozialpädagogische Familienhilfe und die SOS-Beratungsstellen in Landsberg mit Schreibabyambulanz, Beteiligung am Elternbildungsprogramm „Landsberger Eltern-ABC“ und dem Treffpunkt MiniMax mit vielen Migrations- und Integrationsangeboten. Schöpflin bedauerte, dass es immer noch schwer sei, politische Unterstützung für die präventive Arbeit der Familienstärkung und -bildung zu bekom­men. Außerdem berichtete er vom derzeitigen Fachkräftemangel im pädagogischen Bereich, zumal seit die Erzieher im stationären und ambulanten Bereich finanziell gleich gestellt wurden. Sorge bereitet außerdem, dass die Jugendämter meist nur bis zum 18. Lebensjahr für die Unterbringung der Kinder aufkommen. Doch da, betonte auch SOS-Kinderdorfmutter Horn, „stecken die meisten noch in der Ausbildung“.

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