"Wespentaille" schwindet

Geltendorf soll an seiner „Wespentaille“ zulegen: Für ein neues Baugebiet will die Gemeinde einen Teil des Waldes westlich der Bahnhofstraße opfern. Foto: Osman

Winter. Das Gremium beschloss vergangene Woche, in der Neufassung des Flächennutzungsplans ein Baugebiet auf der Westseite der Bahnhofstraße auszuweisen. Hier soll auch eine Trasse für eine Parallelstraße zur Bahnhofstraße entstehen, die als innerörtlicher Bypass bis zum P&R-Platz geführt wird. Dafür muss Wald abgeholzt werden. „Einfach wird das nicht“, warnte Winter.

In einer Sondersitzung trugen die einzelnen Fraktionen ihre Ideen für die Neufassung des Flächennutzungsplans vor, an der der Gemeinderat seit Jahren arbeitet. Dabei zeigten sich überraschend viele Gemein­sam­keiten zwischen den Vorstellungen von CSU, SPD und der Fraktionsgemeinschaft aus Grünen, ÖDP und Freien Bürgern (FB). Alle wollen der „Wespentaille“ des Ortes zu Leibe rücken und ein neues Siedlungs­- gebiet auf der Westseite der Bahnhofstraße von der Höhe Schlagberg hinunter nach Süden schaffen. „Die Nähe zu den Kindergärten, der Schule und den Sportanlagen macht dieses Gebiet für Familien attraktiv“, Michael Lohner (Grüne). Lieber ein Kreisel Am liebsten wäre dem Gemeinderat dazu noch ein Kreisverkehr auf der Bahnhofstraße, von dem die Schul- und die gewünschte Parallelstraße abzweigen. Man will unverzüglich beim Landkreis Landsberg anfragen, ob im Zuge der Straßensanierung 2012 statt der geplanten Querungshilfe an dieser Stelle ein Kreisel angelegt werden kann. Durch das neue Baugebiet soll auf der Trasse einer alten Römerstraße ein Radweg führen – damit hätte der Ort endlich den Radweg, der sich entlang der Bahnhofstraße nicht verwirklichen lässt. Voraussetzung ist allerdings, dass der gerodete Wald ersetzt wird, erklärte Klaus Winter vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum. „Es geht dabei nicht nur um Ausgleichsflächen, sondern um eine gleichwertige Aufforstung im Verhältnis 1:1.“ Acht bis zehn Hektar wären dafür erforderlich. Geeignete Flächen sollen zusammen mit den Forstbehörden und dem Landschaftsplaner gesucht werden. Raum für Einzelhandel Weitere Beschlüsse betrafen die Ausweisung von Sondergebieten für den Einzelhandel. Schon lange gibt es Interessenten für ein Gebiet an der Moorenweiser Straße. Dafür gab der Gemeinderat nun grünes Licht, will aber den interessierten Einzelhandelsketten auch Flächen an der Staatsstraße anbieten, und zwar an der Zufahrt zum Spitzer Weiher und westlich von Kaltenberg. Das ursprünglich vorgesehene Sondergebiet an der Hausener Straße wurde dagegen wieder gestrichen und durch ein Mischgebiet für Wohnbebauung und Kleingewerbe ersetzt. An der Türkenfelder Straße soll in der Nachbarschaft zum geplanten Feuerwehrhaus ein „Sondergebiet Sport“ ausgewiesen werden. Hier, so die einhellige Meinung, sei die neue Turnhalle besser positioniert als auf dem ursprünglich vorgesehenen Standort neben dem Bürgerhaus. Die CSU-Fraktion schlug vor, das freibleibende Gelände für Wohnbau auszuweisen und die Einnahmen aus den Grundstücksverkäufen als Anschubfinanzierung für die Halle zu verwenden. Dieser Vorschlag wurde jedoch abgelehnt. Die Mehrheit sah die Nähe zum Sportplatz und zum Bürgerhaus mit Jugendzentrum als problematisch an. Auch gibt es hier Probleme mit dem Untergrund. Ein weiterer Beschluss regelte eine einzeilige Wohnbebauung auf der Ostseite der Moorenweiser Straße. Südlich der Landsberger Straße und südlich der Riedgasse sollen die vorhandenen Baulücken mit kleinen Mischgebieten geschlossen werden.

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