Von den Wetterkapriolen gebeutelt

Das Wetter macht den Landwirten in diesem Jahr schwer zu schaffen. Der Winter zu lang und zu trocken, Frühjahr und Frühsommer zu kalt und zu nass, jetzt die sengende Hitze und Trockenheit – obwohl Ernteprognosen immer unter Vorbehalt stehen, geben die Aussichten für Erträge und Qualität zumindest Anlass zur Besorgnis. Das wurde auf der diesjährigen Erntepressefahrt des Kreisbauernverbandes deutlich, die auf den Betrieb von Johann und Ulrike Schamberger in Prittriching führte.

Die Schambergers bauen auf insgesamt rund 160 Hektar Raps, Zuckerrüben, Kartoffeln und Getreide an, darunter Sommergerste für die Bierproduktion und Mais, der zum Teil für eine Biogasanlage bestimmt ist. Die Zuckerrüben gehen in die Zuckerherstellung, die Kartoffeln in die Pommes-frites-Produktion. Rüben und Knollen müssen deshalb eine bestimmte Größe haben. Seine Kartoffeläcker betrachtet Schamberger heuer mit großer Sorge. „Wenn die Trockenheit anhält, kann ich einen großen Teil des Ertrags abschreiben.“ Der viele Regen im Mai und Juni hat den Boden verklumpt, jetzt zeigen sich aufgrund der Trockenheit breite Risse in der verkrusteten Erde. Die Wurzelausbil­dung der Pflanzen ist geschwächt, es droht Hohlherzigkeit. Die Wintergerste war aufgrund der frühen Ernte von der Hitze nicht betroffen, die Sommergerste jedoch leidet. „Wenn sich ein zu hoher Eiweißgehalt entwickelt, kann es Probleme mit der Vermarktung geben“, sagt Schamberger. „Auch der Weizen ist durch die Witterung ziemlich krank.“ Beim Raps rech­­net er mit immerhin durchschnittlichen Erträgen. Den Mais­beständen war es bis vor kurzem zu kalt und zu nass, wodurch sie in der Entwicklung zurücklagen. Jetzt holen sie diesen Rückstand zwar auf, doch bei weiterhin heißer und trockener Wetterlage ist auch hier von Ertragsverlusten auszugehen. Insgesamt wird im Landkreis Landsberg in diesem Jahr auf rund 12000 Hektar Fläche Getreide angebaut, vor allem Weizen (5500 Hektar), Winter- und Sommergerste (je 2000 Hektar) und Roggen (800 Hektar). Die Getreidepreise sind laut Leonhard Welzmiller, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, heuer höher als im vergangenen Jahr. „Aufgrund des schwachen Euro kann mehr exportiert werden.“

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