Wettlauf mit der Zeit

Das kommende Jahr wird für die Zukunft des Warmfreibades in Greifenberg (Foto) wohl entscheidend sein. Foto: Osman

Das kommende Jahr wird für die Zukunft des Warmfreibads in Greifenberg entscheidend sein – diese Erkenntnis stand am Ende eines Informationsabends in der Bad-Gaststätte, den der „Förderverein zum Erhalt der Landkreisbäder“ in der vergangenen Woche veranstaltete. Die Idee, die Anlage in ein Naturbad umzuwandeln (der KREISBOTE berichtete), fand bei den 30 anwesenden Mitgliedern großen Anklang. Man hofft nun im Vorfeld der Kommunalwahl 2014 auf positive Entscheidungen der Politik.

Was an Alternativen vor einigen Monaten noch im Gespräch war – Sanierung des Bades oder Neubau im bisherigen Stil – ist inzwischen vom Tisch. Die dafür notwendigen 3,3 beziehungsweise 5,1 Millionen Euro werde der Landkreis nicht ausgeben. „Das weiß ich aus sicherer Quelle“, sagte Kauferings Ex-Bürgermeister Dr. Klaus Bühler, der die Idee des Naturbades ins Gespräch gebracht hatte. „Die Frage Sanierung oder Neubau braucht man nicht mehr zu diskutieren, der Zug ist abgefahren“, war sich auch Fördervereins-Vorsitzender und Kreisrat Markus Wasserle sicher. Gleichzeitig machte er klar: „Das Naturbad ist kein Notnagel.“ Im Gegenteil. Viele Beispiele aus Deutschland und Österreich zeigten, dass nach einer Umgestaltung vom konventionellen Bad mit beheiztem Chlorwasser zum chemiefreien, sonnenbeheizten Naturbad die Besucherzahlen sogar zunehmen. Wasserle erwartet einen Anstieg von 30 Prozent. Ob dies auch in Greifenberg so sein würde, will der Landkreis durch ein Gutachten klären lassen – immerhin liegt in unmittelbarer Nähe des Schwimmbades der Ammersee. „Vor dem Gutachten ist mir nicht bange“, so Bühler. Das Bad werde Attraktionen bieten, mit denen der See nicht aufwarten kann. „Sprungfelsen und Rutsche gibt es am See nicht.“ Bei allem Optimismus bleibt die Zukunft des Greifenberger Bades ein Wettlauf mit der Zeit. Im nächsten Jahr soll es zwar zu Saisonbeginn wie gewohnt öffnen. Fallen jedoch mehr als einmal Reparaturen von 20.000 Euro an, behält sich der Kreisausschuss die Schließung vor. „Und wenn es einmal zu ist, dann ist es vorbei“, so Wasserle. Die halbe Miete Im Idealfall werde das neue Bad errichtet, während das alte noch in Betrieb ist. Es soll weiter östlich auf dem Gelände entstehen. Der westliche, rund 6000 Quadratmeter große Teil, der zum Innenbereich Greifenbergs gehört und Baurecht besitzt, könnte an einen Investor verkauft werden. „Das wäre schon die halbe Miete“, meinte Bühler mit Blick auf die 1,5 Millionen Euro, die der Landkreis für den Bau eines Naturbades in die Hand nehmen müsste. Das Kauferinger Naturbad, das als Vorbild für Greifenberg dient, wurde 2003 innerhalb von nur einem Jahr realisiert. „Das war olympiareif“, so Wasserle. Diesmal werde es wohl nicht ganz so schnell gehen, zumal die Maßnahme EU-weit ausgeschrieben werden muss. Der Greifenberger Bürgermeister Johann Albrecht versuchte unterdessen, die Sorgen etwas zu zerstreuen. „Das Bad ist noch nicht so marode, dass bald nichts mehr geht. Das hält schon noch eine Weile.“ Die Hoffnung, dass Landkreis und Gemeinden dem Naturbad Grünes Licht geben, konzentriert sich auf das kommende Jahr – denn im Frühjahr 2014 sind Kommunalwahlen. „Wir müssen schnell machen“, so Wasserle. Und Bühler bekräftigte: „2013 wird ein gutes Jahr sein, um dieses Projekt durchzusetzen.“

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