Nicht bloß eine Toilette

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Behindertenbeauftragte Barbara Juchem und Manfred Eder (rechts) demonstrieren Landrat Walter Eichner, Ulrich Hauser, Kreisrat Markus Wasserle und Sparkassendirektor Thomas Krautwald (von links), wie die neue mobile Behindertentoilette funktioniert.

Landkreis – Manfred Eder fährt die Rampe hinauf, dreht den Schlüssel um und der Rollladen zur mobilen Behindertentoilette öffnet sich. Eder sitzt im Rollstuhl, bei Veranstaltungen und Festen kein Problem mehr: Der Landkreis hat eine solche Behindertentoilette angeschafft.

„Wir zeigen damit, dass wir das Wort Inklusion auch ernst nehmen“, sagte Landrat Walter Eichner. Kreisrat Markus Wasserle wurde als Organisator der Ausbildungsmesse auf die Problematik aufmerksam. Der Kreisausschuss fasste dann im April auf seinen Antrag hin einen entsprechenden Beschluss. „Der Landrat hat sich wirklich vehement dafür eingesetzt, diese Toilette anzuschaffen“, berichtet Sparkassendirektor Thomas Krautwald. Somit finanzierten der Landkreis und die Sparkassenstiftung zu gleichen Teilen die insgesamt rund 35000 Euro teure Toilette.

Das Regens Wagner Magnusheim in Holzhausen betreibt und verwaltet den Container mit Anhänger. Veranstalter können die mobile Behindertentoilette ab sofort auch mieten. Die Toilette ist aber nicht nur für Rollstuhlfahrer von Vorteil, betont Landrat Eichner, sie ist auch für Menschen gedacht, die beispielsweise auf einen Rollator angewiesen sind. Ebenso befindet sich darin eine Pflegeliege, die etwa von Familien mit kleinen Kindern als Wickelmöglichkeit genutzt werden kann, ergänzte Wasserle.

Dass es sich bei der teuren Anschaffung nicht nur um irgendeine Toilette handelt, erklärt Bernhard Salanga von Regens Wagner. Moderne Technik erleichtert es den Menschen mit Behinderung die Toilette zu benutzen. Manfred Eder demonstrierte als Rollstuhlfahrer bei der offiziellen Übergabe, wie die Toilette funktioniert: Mit einem Zentralschlüssel wird der Eingang aufgesperrt, dadurch öffnet sich der Rollladen. „Der Rollstuhlfahrer fährt innen dann durch eine Lichtschranke, so schließt sich der Rollladen automatisch wieder nach 30 Sekunden“, sagt Salanga.

Im Contai­ner befindet sich auch eine Taste zum Öffnen der Tür und neben dem Waschbecken eine Notfalleinrichtung, die einen lauten Alarmton aktiviert. Zusammen mit Salanga informierte sich Wasserle bei der Herstellerfirma in Hamm über die Möglichkeiten. „Man muss auf so vieles achten“, erklärt Wasserle. „Zum Beispiel muss der Siphon am Waschbecken verkleidet sein, sonst könnte sich ein Rollstuhlfahrer die Beine verbrennen, wenn da heißes Wasser durchläuft.“

Nicht nur die Anschaffung der mobilen Behindertentoilette sei im Landkreis ein wichtiger Schritt zur Inklusion, be­- tonte Behindertenbeauftragte Barbara Juchem. Auch am Arbeitsleben sollen Menschen mit Behinderungen akzeptiert werden und Beschäftigungsmöglichkeiten finden. „Wir suchen positive Beispiele für gelebte Inklusion im Arbeitsleben.“ Menschen mit einer Behinderung, die dennoch im Arbeitsleben integriert sind, können sich unter barbara.juchem@lra-ll.bayern.de melden und ihre Erfolgs­- geschichte erzählen.

Janina Bauch

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