Wichtigstes Mittel ist die Sprache

Einen Sprachkurs der etwas anderen Art bietet die SOS-Beratungsstelle in der Spöttinger Straße: Hier verfolgen Nasima und Ildiko bei Erläuterungen in Deutsch, wie Minire (von links) den Teig für „Pite“ machen. Foto: Hollrotter

Ein „Bündnis für Familie“ hat die Stadt Landsberg im vergangenen Jahr gegründet. Dessen Akteure arbeiten in verschiedenen Ar­- beits­gruppen daran, dass sich Familien und junge Erwachsene in der Lechstädte rundum wohl fühlen. Dabei stehen auch Migranten im Fokus. In der AG „Integration“ arbeiten VHS, SOS-Beratungsstellen, Caritas und Diakonie zusammen, um den Einwohnern, die aus anderen Nationen nach Landsberg gekommen sind, eine Heimat zu geben, in der sie sich zu Hause fühlen.

Was aber wünschen sich Neuzuwanderer in Landsberg? Was fördert die Integration? Wie kann man das Zusammenleben der verschiedenen Kulturen stärken? Und welche Unterstützung brauchen sie? „Das wichtigste Mittel der Integration ist die Sprache“, weiß VHS-Leiterin Silvia Frey-Wegele. Ohne ausreichende Deutschkenntnisse sei ein Zusammenleben sehr schwierig. Deshalb biete die VHS schon seit gut fünf Jahren in Landsberg die Integrationskurse an, an denen jedes Jahr rund 300 Personen teilnehmen. Der „Treffpunkt MiniMax“ der SOS Beratungsstellen in der Spöttinger Straße bietet ebenfalls einen Deutschkurs an. Er richtet sich insbesondere an Mütter mit Kindern. Caritas und Diakonie ergänzen mit Beratungen das umfangreiche Angebot. So unterstützt die Diakonie Oberland vor, während und nach den Integrationskursen in allen migrationsspezifischen Fragen und Problemen durch professionelle Einzelfallhilfe. Die AG Integration im Rahmen des Bündnisses für Familie hat es sich zur Aufgabe gemacht, über die existierenden Angebote zu informieren und weitere Unterstützungs- und Beratungsmöglichkeiten zu entwickeln. Dazu wurde in einer schriftlichen Umfrage nach den Wünschen und Bedürfnissen der Migranten gefragt. 38 Personen haben laut Frey-Wegele einen Fragebogen beantwortet. Sie kamen aus 24 Nationen, waren zwischen 21 und 51 Jahre alt. Die Mehrzahl lebt seit fünf bis zehn Jahren in Landsberg. Es bestätigte sich: Die deutsche Sprache wird als höchste Hürde zur erfolgreichen Integration gesehen. Ohne ausreichende Deutschkenntnisse ist eine Integration nicht möglich. Eine Person hat auf die Frage „Was ist Integration für Sie?“ geantwortet: „Wenn ich morgens aufwache und zu mir selbst auf Deutsch ‚Guten Morgen’ sage, dann würde ich sagen, dass ich integriert bin.“ Einstieg erleichtern Ein anderes großes Problem sei die Schwierigkeit, einen Arbeitsplatz zu finden. Weniger als ein Viertel der Befragten arbeitet in Deutschland im erlernten Beruf. Das liege zum einen an den mangelnden Sprachkenntnissen, zum anderen aber auch an der fehlenden Anerkennung ausländischer Abschlüsse und Qualifikationen. Es wird eine wichtige Aufgabe für die Arbeitsgruppe sein, Strukturen zu schaffen, die den Berufseinstieg erleichtern. Die wohnliche Situation wird von den meisten Befragten hingegen eher positiv gesehen, nur weniger als ein Drittel sagen, sie seien mit ihrer Wohnung unzufrieden. Allerdings habe die Mehrzahl noch wenig Kontakt zu den Nachbarn. Auch hier wollen die Mitarbeiterinnen der Arbeitsgruppe ansetzen. Mehr Hilfestellung soll es zudem für Eltern geben, die ihren Kindern bei den Hausaufgaben helfen wollen. Spätestens nach der Grundschule sind viele Eltern damit überfordert. „Trotzdem“, so VHS-Leiterin Frey-Wegele, „haben die Zuwanderer viel Gutes über Landsberg zu sagen. Sie schätzen hier vor allem die Sicherheit, die Freiheit, die gute medizinische Versorgung und die guten Zukunftsaussichten für ihre Kinder.“

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