Zu Lasten der Rest-Altstadt?

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Mit Hilfe der Technik in solchen grauen Kästen führt die Stadt längst Verkehrszählungen durch.

Landsberg – Traut man bei der Stadt den eigenen Zahlen nicht oder will die CSU ihre (zuvor abgelehnte) Idee vom „Altstadt-Ring“ über die Hintertür durchsetzen?

Klar wird jetzt: Während für die zweite Septemberhälfte, also vor der Hauptplatzfreigabe in beide Fahrtrichtungen, von OB Mathias Neuner mit Zustimmung des Finanzausschusses eine Verkehrszählung in Auftrag gegeben wurde, liegen wichtige Zahlen nach KREISBOTEN-Information verwaltungsintern längst vor. Das wenig überraschende Ergebnis der internen Prüfungen: Bei einer Sperrung des Hauptplatzes für den Durchgangsverkehr – in einer oder in beide Richtungen – werden Schlossergasse, Hinterer Anger und von-Kühlmann-Straße extrem be­lastet.

Die entsprechenden Hausaufgaben hatte man bei der Stadtverwaltung längst erledigt. Der motorisierte Verkehr im Stadtbereich wird seit Jahren über die unauffälligen grauen Kästchen, die an Verkehrsschildern im Wechsel im Stadtgebiet montiert werden, genau überwacht. Registriert wird von den kleinen Blechboxen nicht nur die Zahl der vorbeifahrenden Fahrzeuge, sondern auch deren Geschwindigkeit und sogar die Lärmbelastung. Im Hinteranger wird demnach seit jeher im Vergleich zum restlichen Stadtgebiet langsam gefahren, wegen des Belages ging es dort aber eher laut zu.

Mit der Sperrung des Hauptplatzes haben sich im Umfeld aber die relevanten Zahlen deutlich verändert, wie man in der Stadtverwaltung durchaus weiß. Waren es vor 2012 täglich rund 4000 bis 5000 Fahrzeuge, die Richtung Sandauer Tor rollten, sind es nun fast durchgehend 10000 oder sogar mehr – aus Sicht der Anwohner „unerträglich“. Pikant: Auch nach Öffnung des Hauptplatzes in Ost-West-Richtung vor drei Wochen sank die Belastung des Hinteren Angers und der Schlossergasse nicht merklich. In der Von-Kühlmann-Straße ist der Durchgangsver­- kehr nach der halbseitigen Öffnung des Hauptplatzes sogar noch einmal angestiegen.

Für 7700 Euro wird nun trotz der bereits vorliegenden Zahlen noch einmal eine Verkehrszählung angestoßen. Anwohner und Geschäftsinhaber entlang der betroffenen Straßen wappnen sich aber bereits. Gegen eventuelle Pläne einer dauerhaften Einbahnstraßen-Regelung will man einen „Offenen Beschwerdebrief“ beim Oberbürgermeister einreichen und notfalls sogar gemeinsam rechtlich vorgehen. Man habe die Zusatzbelastung während des Hauptplatzumbaus „zwei Jahre lang zähneknirschend ertragen“, so ein Einzelhändler, man werde aber „keinesfalls hinnehmen“, dass der Hauptplatz „von der Politik dauerhaft zu Lasten der restlichen Altstadt entlastet“ werde.

Christoph Kruse
 


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