Sanierungsstau

Stolpergefahr im städtischen Oval

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Vorsicht, Stolpergefahr! Die Tartanbahn des städtischen Sportzentrums bleibt in einem erbärmlichen Zustand; für die aufwändige Sanierung hat die Stadt kein Geld.

Landsberg – Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, allein die Leichtathleten aus der Lechstadt möchten daran so recht nicht mehr glauben. Die Tartanbahn des Sportzentrums ist seit langem in einem erbärmlichen Zustand, doch die Sanierung wird Jahr für Jahr aufs Neue verschoben. Es ist einfach kein Geld dafür vorhanden – auch nicht im Haushalt 2014. 

Den größten Anteil im städtischen Sparstrumpf macht eben die Generalsanierung am Sportzentrum aus. Nach Anmeldung des Bauamtes hätte die Erneuerung von Rundbahn, Allwetterplatz und Weitsprunganlage mit 760000 Euro zu Buche geschlagen, weitere 130000 Euro waren für das Honorar eines Landschaftsarchitekten vorgesehen. Letzteres hätte Dr. Reinhard Steuer (UBV) lieber hausintern erledigen lassen. Aus Kapazitätsgründen sei das jedoch laut Stadtbaumeisterin Annegret Michler derzeit nicht möglich, außerdem müsste sich die städtische Landschaftsarchitektin Pia Becker in diese Materie erst einarbeiten. Die sehr hohen Sanierungskosten rechtfertigte Michler unter anderem mit aufwändigen Arbeiten am Unterbau der Sportanlagen. Mit 21:2 votierten die Räte letztlich dafür, das Vorhaben erneut zu verschieben. Damit ist eine Sperrung der Laufbahn sehr wahr­- scheinlich.

Wie im KREISBOTEN berichtet, war Anfang November die erste Haushaltslesung zu den Investitionen und Unterhaltsleistungen des Bauamtes abgebrochen worden. Gleichwohl hatte der Stadtrat beschlossen, jene Maßnahmen, die unter die Kategorien „Nutzerwünsche“ und „Substanzverlust“ fallen, bereits im Vorfeld aus der Liste der Haushaltsanmeldungen zu streichen.

Mit Blick auf diese Vorgabe wies die Stadtbaumeisterin jetzt ausdrücklich darauf hin, dass damit keine energetischen Sanierungen und auch keine substanzerhaltenden Maßnahmen im Hochbaubereich mehr umgesetzt werden können. Man konzentriere sich lediglich auf die Verkehrssicherheit der Gebäude und einen „minimalen Gebäudeunterhalt“. Michler betonte wohl höchst vorsorglich, dass das Stadtbauamt angesichts fehlender Haushalts­- mittel die Verkehrssicherheit für die Nutzung einzelner Objekte nicht gewährleisten könne. Dies dürfte besonders für die Lechturnhalle gelten, für deren Sanierung in den nächsten beiden Jahren 3,33 Millionen Euro anstehen.

Weitere von Bauverwaltung und Stadtrat vorgenommene Haushaltsverbesserungen im Investitionsbereich: Die erste mobile Toilette für die Altstadt in Form einer Litfaßsäule (80000 Euro) soll es erst 2015 geben. 50000 Euro Planungskosten für das Verkehrsleitsystem Parken zum Preis von 250000 Euro fielen ebenfalls raus. Neue Obdachlosenunterkünfte bleiben zudem auf der Strecke, die dafür vorgesehene Anschubfinanzierung (400000 Euro) war bereits im Vorfeld um ein Jahr verschoben worden. Der Neubau des Parkplatzes auf dem Schlüsselanger scheint auch in weite Ferne zu rücken – ersatzlos gestrichen. Und der von Reinhard Skobrinsky (BAL) beantragte Verzicht auf den Umbau der Herzog-Ernst-Straße (150000 Euro) bleibt im Maßnahmenpaket enthalten, da die Stadtwerke dort im kommenden Jahr die Wasserleitungen neu verlegen wollen.

Unmittelbar vor dem neuerlichen Streichkonzert am vergangenen Mittwoch hatte Stadt­kämmerer Peter Jung noch darauf hingewiesen, dass die anstehenden Investitionen über zusätzliche Kredite in Höhe von 5,5 Millionen Euro zu schultern seien. Inzwischen hat sich diese Summe um rund eine Million Euro reduziert.

Toni Schwaiger

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