Willkommene "Zielscheibe"

Polizeioberkommissar Dieter Lober bietet Präventions- und Aufklärungsveranstaltungen für Senioren an, nachdem sich im Landkreis die Betrugsfälle häufen. Foto: Osman

Dreiste Betrüger treiben derzeit im Landkreis ihr Unwesen. Vor allem ältere Menschen werden Opfer von fingierten Schock-Anrufen, mit denen sie zur Herausgabe von Bargeld veranlasst werden sollen. Über die fiesen Maschen der Betrüger und darüber, wie man sich davor schützt, referierte vergangene Woche im Dorfgemeinschaftshaus in Eresing ein Vertreter der Schutzpolizei Landsberg vor dem Seniorenclub Eresing-Pflaumdorf.

Menschen in reiferem Alter sind leider eine willkommene Zielscheibe für Straftaten – von der kleinen Gaunerei bis zum massiven Betrugsdelikt, berichtete Polizeioberkommissar Dieter Lober. „Die Täter nützen kleine Schwächen aus, die sich in späteren Lebensjahren einstellen.“ Gezielt wird im Telefonbuch nach Vornamen ge­- sucht, die darauf schließen lassen, dass der Betreffende bereits ein älteres Semester ist. „Und dann probieren sie es einfach.“ Am Telefon ist angeblich ein Verwandter, der sich in einer Notlage befindet – zum Beispiel der Enkel, dem die ec-Karte gestohlen wurde, der aber ganz dringend Bargeld braucht und gleich seinen Freund vorbeischicken könnte, der zufällig in der Gegend ist. Oder ein angeblicher Polizist behauptet, ein Angehöriger habe soeben einen Unfall verursacht. Lober berichtete von einem 80-Jährigen, dem auf diese Weise 2000 Euro „Bestechungsgeld“ abgeluchst wurden, damit der falsche Polizist die Sache nicht weiter verfolgte. Oft geben die Opfer solcher Anrufe im Gespräch unabsichtlich Informationen preis, die der Täter gleich in seine fingierte Geschichte einbaut, um sie glaubwürdiger zu machen. „Durch den Schock ist man auskunftsbereit“, so Lober. „Und die Burschen sind geschickt.“ Auf die Forderungen von Schock-Anrufern sollte man keinesfalls eingehen, sondern den angeblich verunglückten Angehörigen selbst kontaktieren und die Polizei einschalten. Grundsätzlich gilt: Fremden gibt man kein Bargeld. Man lässt sie auch nicht ohne Weiteres ins Haus – selbst dann nicht, wenn es sich um den neuen Mitarbeiter des Sozialdienstes, den Mann von den Stadtwerken oder einen angeblichen Polizisten handelt, der einen – gefälschten – Dienstausweis präsentiert. Lober riet, immer bei der entsprechenden Stelle nachzufragen, ob es sich tatsächlich um einen echten Mitarbeiter handelt. Übel auch die Masche mit den Gewinnversprechen: Man hat angeblich einen wertvollen Preis gewonnen, soll aber zunächst eine Bearbeitungsgebühr bezahlen. Als besonders dreist erweisen sich gerne die Betreiber von Telefonwerbung. Um an Telefonnummern von Verbrauchern zu gelangen, verschicken sie zum Beispiel fingierte Schreiben von Behörden, die den Empfänger dazu auffordern, eine bestimmte Telefonnummer anzurufen – und die nichts anderes zum Ziel haben, als dessen Nummer herauszubekommen. Noch dreister: Genervten Verbrauchern werden „Schutzverträge“ verkauft, die vor Werbeanrufen schützen sollen. „Das ist alles Quark“, stellte Lober klar.

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