"Schutz für Leib und Leben"

Marode Windacher Wehranlage wird abgerissen

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Schon am Montag vergangener Woche wurde die Wehranlage Windach rückgebaut.

Windach – „Um 12 Uhr war der Bagger schon drin!“ Windachs Bürgermeister Richard Michl ist auf das Wasserwirtschaftsamt Weilheim nicht gut zu sprechen. Denn das habe ohne besondere Ankündigung schon am Montag vergangener Woche angefangen, die einsturzgefährdete Wehranlage abzureißen. Ein notwendiger Teilrückbau „zum Schutz für Leib und Leben“ sagt Amtsleiter Roland Kriegsch. „Ich bin entsetzt und enttäuscht, dass wir hier keinen Kompromiss gefunden haben“, entgegnet Michl. Denn er befürchtet, dass das nach dem Rückbau notwendige Provisorium zur Ufersicherung nicht lange genug halten wird.

Auch Diplom-Ingenieur Andreas Ringler aus Landsberg habe auf mögliche Folgen des Rückbaus hingewiesen, betont Michl. Zum Beispiel eine Änderung des Grundwasserspiegels, einen Eingriff in die Biodiversität. Und vor allem erhöhte Hochwassergefahr. Denn zur Sicherung des Ufers sollen zwar sogenannte Faschinen, Rutenbündel, angebracht werden. „Aber ich befürchte, dass das nicht ausreichen und die Uferböschung weggespült wird“, sagt Michl.

Zuvor habe er mit allen Beteiligten gesprochen. Eine längere Erhaltung des Wehres sei angedacht gewesen. „Ich bin entsetzt und enttäuscht, dass hier kein Kompromiss gefunden werden konnte.“ Denn bis das Planfeststellungverfahren für den Neubau fertig sei, daure es noch. „Da wird heuer nix mehr passieren.“ Nun müsse das Provisorium sehr lange herhalten. „Und die Windach wird sich ihren Weg bahnen.“

Generell ist der Windacher Bürgermeister vor allem wegen der angeblichen Nichtinformation seitens Weilheim enttäuscht. Michl hat zwar ein Schreiben des Amts mit der Ankündigung des konkreten Baubeginns erhalten. Aber das sei auf den 21. Januar datiert gewesen: der Tag, an dem der Bagger schon loslegte. Eigentlich habe man ja auch noch das Gutachten abwarten wollen, das Weilheim bezüglich des Rückbaus anfertigen habe lassen. Das sei aber noch gar nicht fertiggestellt. „Ich hätte aber gerne gelesen, was wirklich kaputt ist“, fügt Michl an.

Jetzt hätte der Bürgermeister von Weilheim gerne ein Gutachten dafür, dass mit der Faschinen-Lösung nichts passieren kann. Oder dass zusätzlich Flussbausteine eingebaut werden.

Der Leiter des Wasserwirtschaftsamts Weilheim Roland Kriegsch reagiert auf Michls Vorwürfe mit „grundsätzlichem Verständnis“. Zudem bedauere man die jetzt entstandene Situation. Der Beginn der Arbeiten sei dem Bürgermeister „mit ‚Anfang der Woche‘ nicht präzise genug mündlich und schriftlich“ mitgeteilt worden. „Besonders günstige Gegebenheiten“ hätten den Beginn der Arbeiten nahegelegt. Dabei seien es „Arbeiten zur Gefahrenabwehr“, ein Abbruch von Bauteilen, die von einem Sachverständigen bereits als nicht mehr standsicher definiert worden seien.

Das Amt wolle die Maßnahme transparent und „unter Einbeziehung der Gemeinde Windach“ durchführen. Weshalb man Michl schon im Dezember mehrfach über die anstehenden Maßnahmen „zum Schutz von Leib und Leben“ informiert habe. Der vereidigte Sachverständige habe den Rückbau aufgrund fehlender Standsicherheit festgelegt. Zudem würden die Ufer mit Faschinen „naturnah gesichert“, auch die Fischfaune werde man schonen. Und durch die momentane „Bündelung der Arbeiten“ reduziere man den Eingriff in den Naturhaushalt „auf das unbedingt notwendige Maß“.

Susanne Greiner

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