Den Alpenblick nicht verbauen

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Die Vorranggebiete für die Windkraft im südlichen Grenzgebiet will der Kreisausschuss überprüft wissen.

Landkreis – Mit Sorge beobachtet man im Landkreis die Windkraftplanung im angrenzenden Oberland. Ein Entwurf für dessen Regionalplan sieht südlich der Grenze zwischen den Landkreisen Weilheim-Schongau und Landsberg zwölf Vorranggebiete für Windkraft vor. Der Kreisausschuss fürchtet um die schöne Aussicht.

Von den Konzentrationsflächen westlich des Lechs grenzt eine direkt an die Gemeinden Denklingen und Kinsau. Vier weitere Gebiete liegen südöstlich dieser Fläche. Alle zusammen verbinden sich nach An­sicht der Kreisbehörde mit den geplanten Denklinger und Fuchstaler Konzentrationsflächen zu einem „clusterartigen Großstandort, der als Einheit wahrgenommen wird“ und daher unproblematisch sei.

Anders die geplanten Vorranggebiete östlich des Lechs. Sie liegen südlich der Gemeinden Rott und Dießen, zwei Gebiete grenzen unmittelbar an den Landkreis. Windkraftanlagen an diesen Standorten würde nach Ansicht der Ratsmitglieder im Kreisausschuss das Landschaftsbild nachhaltig verändern und den Blick auf die Alpen beeinträchtigen. Im südlichen Teil Bayerns sei die Wahrnehmung der Alpensilhouette überaus bedeutsam, hieß es im Sachvortrag.

Die Gemeinden Fuchstal und Denklingen, die, wie im KREISBOTEN berichtet, in Sachen Windkraft auch die Planungshoheit für Reichling und Vilgertshofen, Apfeldorf, Dießen, Rott und Kinsau ausüben, berücksichtigten daher bei ihren eigenen Planungen die Blickbeziehungen aus dem Landkreis in die Alpen. Sie hätten Bedenken gegen den Regionalplan­entwurf, zumal er auch das Ziel verfehle, Windkraftanlagen zu bündeln.

Um auf politischer Ebene ein Zeichen zu setzen, beschloss der Kreisausschuss mehrheitlich, um eine nochmalige Überprüfung der fragliche Vorrang­- gebiete zu bitten. Robert Sedl­mayr (ÖDP) war gegen diesen Beschluss. Die Nutzung der Windkraft sei dringend geboten, dazu brauche es nun mal Flächen. „Es wird ja nicht der ganze Horizont zugepflastert“, sagte Sedlmayr. In fünf bis zehn Jahren werde sich ohnehin niemand mehr an Windanlagen stören. „Da wird das völlig akzeptiert sein.“

Ulrike Osman

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