"Kinderkrankheiten" an den Windrädern

"Sanftes Druckmittel"

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Die Abnahme der Windkraftanlage im Fuchstal wird voraussichtlich erst im Frühsommer über die Bühne gehen.

Fuchstal – Sieben Monate, nachdem das letzte der vier Fuchstaler Windräder ans Netz ging, lässt die Übergabe der gesamten Anlage vom Generalunternehmer Enercon an die Gesellschaft mit dem Namen Bürgerwind Fuchstal GmbH noch auf sich warten. Damit sei im Mai oder Juni zu rechnen, blickt Thomas Tronsberg voraus; er ist kaufmännischer Leiter im Ingenieurbüro Erwin Sing (Landsberg). Erst dann werde die letzte Rate von zirka 800.000 Euro an das Unternehmen ausbezahlt.

Dass die vier Windräder „noch nicht übergeben sind“, erwähnte Bürgermeister Erwin Karg auf der Bürgerversammlung. Der Rathaus­chef sprach in diesem Zusammenhang von „Kinderkrankheiten“. Speziell kam Karg auf den Eis­ansatz in der kalten Jahreszeit zu sprechen. Wenn es kalt ist und die Nässe an den drei Flügeln gefriert, schaltet die Anlage automatisch ab. Das sei im Winterhalbjahr des Öfteren der Fall gewesen. Damit soll vermieden werden, dass an den Wind­rädern eine Unwucht entsteht, die sich wiederum auf Dauer nachteilig auf die Leistung auswirken kann.

Die Firma Enercon hatte als Generalunternehmer den Auftrag für die vier Windkraftanlagen im Kingholz auf dem Höhenzug oberhalb von Fuchstal erhalten und ausgeführt. Das erste der vier Windräder ging im Mai 2016 ans Netz, das letzte im August vergangenen Jahres. Die Bürgerwind Fuchstal GmbH, deren Geschäftsführer Erwin Sing ist, hat die Kosten von mehr als 21 Millionen Euro zu 95 Prozent bezahlt. Die Schlussrate ist noch nicht überwiesen. Sie macht ungefähr fünf Prozent der gesamten Summe aus, wie Thomas Tronsberg als kaufmännischer Leiter im Büro Sing erläutert. Vor kurzem habe eine Begehung stattgefunden. Ein Fachbüro erstelle ein Gutachten mit den Mängeln, die noch zu beseitigen sind. Diese werden auch bildlich dokumentiert. Die noch einbehaltene Schlussrate ist nach den Worten von Thomas Tronsberg ein „sanftes Druckmittel“ dafür, dass die Fehler zeitnah behoben werden.

Ziel für die Windräder im Fuchstal sei, dass die Übergabe „in zwei bis drei Monaten“ erfolgen kann. Das bedeutet aber nicht, dass sich Monteure der Firma Enercon nie mehr auf der Baustelle einfinden. Im Gegenteil! Die Bürgerwind Fuchstal GmbH hat nämlich mit dem Generalunternehmer auch einen Vollwartungsvertrag geschlossen, der 20 Jahre läuft. Die Gemeinde hat knapp 3,2 Millionen Euro Kapital eingebracht und ist damit der größte Gesellschafter in der Bürgerwind Fuchstal GmbH. 

Johannes Jais

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