"Wir haben keine Visionen..."

Harte Worte fanden die Geltendorfer Gemeinderäte bei der Verabschiedung des Haushalts 2010. Im Raum steht eine Kreditaufnahme von 2,2 Millionen Euro – und das, obwohl die geplanten Großprojekte wie der Bau eines neuen Feuerwehrhauses, einer weiteren Kinderkrippe und einer Sporthalle darin noch gar nicht enthalten sind. Auch alle Sanierungsmaßnahmen an Gemeindestraßen wurden geschoben, stehen aber so für die folgenden Jahre an, in denen womöglich auch die Kreisumlage noch steigt.

„Diese Eintwicklung ist bedenklich“, urteilte Wolfgang Albertshofer (SPD). Noch deutlicher wurde Josef Weiß (CSU). „Wir haben keine Visionen, wir laufen immer bloß hinterher“, kritisierte er. „Wir reden zwar sehr viel, aber es kommt nichts Gescheites heraus.“ Magere 270000 Euro kann die Gemeinde heuer vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt überführen. Damit bleibt sie unter dem, was gesetzlich vorgeschrieben ist und der in Höhe der geplanten Tilgungsleistungen von rund 460000 Euro liegen müsste. Zum Vergleich: 2008 hatte sie noch 1,2 Millionen Euro vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt überführen können. Heuer müssen für anstehende Investitionen 600000 Euro aus den Rücklagen entnommen werden. Zusammen mit der geplanten Kreditaufnahme sind es 2,8 Millionen Euro, die nicht durch Einnahmen gedeckt sind. Das größte Projekt ist die Erneuerung der Wasserversorgung in der Bahnhofstraße für 1,2 Millionen Euro. Kämmerin Andrea Pleintinger sagte, dass diese Kosten nur zwischenfinanziert werden müssen. Sie werden letztlich auf die Bürger umgelegt – entweder in Form eines einmaligen Verbesserungsbeitrags, eines steigenden Wasserpreises oder einer Kombination aus beidem. Jeweils 80000 Euro sind heuer für die" Planung des neuen Feuerwehrhauses und einer Sporthalle vorgesehen. Robert Sedlmayr (ÖDP) forderte: „Wir müssen entscheiden, welches Projekt zuerst verwirklicht wird und welches für lange Zeit gestorben ist“, so Sedlmayr, der sich auch daran stößt, dass für das Feuerwehrhaus noch keine Gesamtkostenschätzung veröffentlicht wurde. „Es wäre hochspekulativ, jetzt Summen in die Welt zu setzen“, entgegnete der zweite Bürgermeister Thomas Hellmann (SPD). Im Investitionsplan wird aber von Baukosten in Höhe von 2,1 Millionen Euro ausgegangen. Insgesamt hat der Verwaltungshaushalt heuer ein Volumen von 6,2 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt umfasst 5,7 Millionen Euro. Die Steuereinnahmen sind rückläufig. 250000 Euro an Gewerbesteuer (2008: 417000 Euro) fließen in den Etat. Der Einkommenssteueranteil liegt mit 2,3 Millionen Euro um fast 400000 Euro niedriger als vor zwei Jahren. Dafür steigen die Schlüsselzuweisungen vom Freistaat auf knapp 800000 Euro. Die Kreisumlage beträgt rund zwei Millionen Euro. Der Haushalt wurde bereits vom Finanzausschuss vorberaten. Strittige Punkte entschied der Gemeinderat in Einzelabstimmungen. So wurde der Bau einer Urnenwand auf dem Geltendorfer Friedhof beschlossen. Der Austausch der Rathausfenster soll 2010 vervollständigt werden, statt auf die komplette energetische Sanierung des Gebäudes nächstes Jahr zu warten. Die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf Energiesparlampen wurde abgelehnt, da bald mit einer verbesseren Lampengeneration gerechnet wird.

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Eine Leiche muss her!
Eine Leiche muss her!
Lisa will Bierkönigin sein
Lisa will Bierkönigin sein
Ein Weißbier mit Obama
Ein Weißbier mit Obama

Kommentare