"Wir haben reduziert!"

So traurig es mit dem EV Landsberg zu Ende ging – vergangene Woche hatte Hans-Jürgen Böttcher doch wieder Grund, herzlich zu lachen. Blitzartig hatten sich Gerüchte verbreitet, der Ex-EVL-Vorsitzende sei festgenommen worden. „Jaja, das hab’ ich vor 14 Tagen auch schon gehört. Wahrscheinlich hat mich gestern jemand mit einem Bekannten der Polizei einkaufen sehen, das reicht dann schon,“ so Böttcher.

Um harte Fakten geht es dagegen bei der Abwicklung des EV Landsberg. Bei Redaktionsschluss des KREISBOTEN lag der Antrag immer noch ohne offizielles Ergebnis bei der Münchener Kanzlei, die sich auf Insolvenzen spezialisiert hat. Diese war vom Amtsgericht Augsburg beauftragt worden, zu prüfen, ob das Insolvenzverfahren überhaupt eröffnet wird. „Wir haben alle nötigen Unterlagen eingereicht, jetzt warten wir eben ab“, sagt Böttcher. "Nix zu holen" Der Ex-Vorsitzende rechnet nicht damit, dass es zu einem Verfahren kommt. „Was haben wir denn noch beim EVL? Wo nix ist, kann man nix holen. Es ist ja nicht viel da, vielleicht für 500 bis 1000 Euro Büroeinrichtung. Ich persönlich schätze, dass man dafür nicht aus München hierher fährt. Wahrscheinlich steht da gar keiner von seinem Schreibtisch auf und das wird mit einem Telefonanruf erledigt. Das war bei der Pleite vor zwölf Jahren auch so; da wird sich nicht viel geändert haben.“ Dann stellte sich allerdings die Frage, was mit den Forderungen der verschiedenen Gläubiger passiert, die in vollem Umfang bestehen bleiben würden. Zunächst einmal wäre wohl der letzte Vorstand haftbar, doch das will Böttcher so nicht hinnehmen. „Wenn das so kommt, wird man mit den früheren Vorständen reden müssen, auch wenn die inzwischen entlastet sind. Denn es ist auch klar, dass ein großer Teil dieser Schulden in der Vergangenheit aufgehäuft worden sind.“ Als ausschlaggebend sieht Böttcher die Zeit in der 2. Liga an. „Da hat man die 500000 Euro gemacht. Wir haben dann ja auf 150000 Euro abgebaut. Dass aus dem laufenden Betrieb immer wieder etwas dazukam, steht auf einem anderen Blatt und ist normal. Aber wir haben reduziert und nicht erhöht.“ Mit dem damaligen Vorsitzenden habe er diese Einschätzung aber noch nicht besprochen. „Mit Ronny Kelm-Kläger traf ich mich zweimal, aber wir redeten nur über Aktuelles, nicht über die Vergangenheit.“ Für "Barbarossa" Etwas rätselhaft ist für Böttcher die Unterstützung, die der HC Landsberg erfährt, nachdem er sich bereit erklärt hat, den Nachwuchs des EVL aufzunehmen. „Der Stadionwirt, einige Sponsoren, die Stadt mit den Fördermitteln, das ist ja toll, wunderbar. Aber ich kenne Leute in Landsberg, die lachen, weil jetzt plötzlich wieder jeder so wichtig tut. Ich weiß auch von drei Sponsoren, die ganz sicher nichts mehr machen.“ Er, Böttcher, wolle noch einmal unterstützend eingreifen. „Ich habe drei Termine, wo was zusammenkommen kann. Aber das hat mit dem Verein nichts zu tun, das mache ich nur Uwe Köhn zuliebe, das wird dann eine Spende über den Fanclub Barbarossa für den Nachwuchs.“

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