"Wir müssen noch viel arbeiten"

Gegen die Tölzer Löwen feierte EVL-Stürmer Benjamin Barz (rechts) am Sonntag eine gelungene Heimspielpremiere. Foto: Krivec

„In dieser Liga kann jeder jeden schlagen, wir werden mit unserer Mannschaft immer auch Glück brauchen - und heute hatten wir das“, resümierte EVL-Trainer Dave Rich nach dem 3:0 (1:0, 1:0, 1:0) gegen die Tölzer Löwen am Sonntagabend. Zwei Tage zuvor war das Glück noch auf Seiten des Gegners: In Passau setzte es zum Auftakt der Punktrunde ein 4:6 (3:2, 0:3, 1:1).

Nach dieser Niederlage hatte es zunächst wahrlich nicht ausgesehen. Die Landsberger führten so schnell wie überraschend mit 3:0, doch dann schlich sich der Schlendrian ein. Rich: „Man darf dann eben nicht meinen, man kann das locker nach Hause spielen, ohne etwas zu tun. Wir haben schnell zwei Gegentore kassiert und dann ist das Spiel natürlich wieder offen.“ Das fehlende Glück im Mitteldrittel entschied dann das Spiel mit. „Wir hätten zwei Überzahltore machen können, dann steht es 5:3 und das Spiel läuft ganz anders. Aber unsere Überzahl ist noch nicht gut, wir müssen noch viel arbeiten, das dauert einfach ein bisschen.“ Nur an den Unwägbarkeiten des Schicksals wollte der Coach die Niederlage allerdings nicht festmachen. „Dumme Fehler“ trugen genauso dazu bei, wie die Tatsache, dass Torwart-Neuzugang Rostislav Kosarek „nicht seinen besten Tag“ hatte. Dieser steht weiterhin unter Beobachtung beim EV Landsberg. Zwar soll ein weiterer Torhüter in dieser Woche getestet werden, doch Rich würde schon gerne mit dem 24-Jährigen weitermachen. „Dazu muss er aber Konstanz in seine Leistungen bringen. Ich hoffe, dass das gelingt, wenn er jetzt hier wohnt und fest mit uns trainiert, er muss sich auch wohlfühlen.“ Die beiden nächsten Punktspiele am kommenden Wochenende wird Kosarek auf jeden Fall noch die Chance erhalten, sich auszuzeichnen. Mit dem fünften Spiel würde die Zahlung von 1500 Euro an den Reindl-Pool fällig, somit dürfte vorher die Entscheidung über die Weiterverpflichtung fallen. „Eigentlich möchte ich nicht noch weitere Torhüter testen müssen, das ist Stress und kostet Zeit“, hofft Rich auf eine Stabilisierung des Deutsch-Tschechen. Am Sonntag gab der jedenfalls vor immerhin 590 Zuschauern eine gute Bewerbung ab, denn gegen Bad Tölz hielt Kosarek seinen Kasten sauber. Dass er bei zwei Pfostenschüssen der Gäste im (benötigten) Glück war, sei nicht verschwiegen, doch letztendlich ging der Sieg der Gastgeber zweifelsfrei in Ordnung. Ganz so schlecht, wie der Tölzer Trainer Florian Funk seine Truppe nach der Partie machte, war die allerdings nicht. „Fehlende Laufbereitschaft und zu wenig Kampf“, hatte der Sohn von Ex-Nationalspieler Lenz Funk, der als sein Co-Trainer fungiert, gesehen. „Wir haben genau um die drei Tore weniger gekämpft. Und wenn man keines schießt, hat man noch selten gewonnen.“ Sein Kontrahent Dave Rich war etwas zurückhaltender. „Die hatten durchaus Möglichkeiten, zwei, drei Alleingänge, da hätte das Spiel auch kippen können.“ In der Tat lief das Spiel zunächst nur 47 Sekunden nach den Vorstellungen der Landsberger. So lange dauerte es, bis Verteidiger Nick Anderson mitten im Angriffsdrittel frei zum Schlagschuss kam und mit Wucht zum 1:0 vollendete. Danach hatte erst einmal die jüngste Oberliga-Mannschaft im Duell mit der zweitjüngsten das Heft in der Hand: Ein ums andere Mal nahmen die Tölzer dem EVL die Scheibe auch in dessen Drittel ab, lediglich der gut aufgelegte Kosarek (vor allem bei einem Alleingang des von der Strafbank zurückgekehrten Christian Kolacny) und die erkennbar fehlende Routine beim Abschluss verhinderten, dass die Gäste Zählbares zustande brachten. Das änderte sich auch im zweiten Abschnitt zunächst nicht, Höhepunkt der Tölzer Aktionen war der Pfostenschuss von Ehliz in der 30. Minute. Der schönste Spielzug des Abends kam allerdings vom EVL, doch nach einem blitzsauber und schnell gespielten Konter fand Michl in der 36. Minute seinen Meister im Tölzer Torwart Jenike. Der wiederum machte nur eine Minute später gar keinen guten Eindruck, als er im Landsberger Powerplay einen Schuss von Anderson zum 2:0 durch die Schoner rutschen ließ. Nach der zweiten Pause war dann aber bald klar, dass die Punkte an diesem Abend in Landsberg bleiben würden. „Wir haben dann besser gespielt, die Spieler haben kapiert, was wir in der Pause besprochen haben. Wir haben weniger Fehler im eigenen Drittel gemacht und verdient gewonnen.“, bilanzierte Rich. Beim 3:0 durch Maaßen in der 53. Minute wirkte Jenike aber erneut unglücklich. Den Schuss, bei dem ihm die Sicht versperrt war, wehrte er zwar noch mit der Kelle ab, doch die Scheibe kullerte über seine Schulter zum Endstand in einer über weite Strecken von Nervosität und Zweikämpfen geprägten Partie ins Tor. Am Montag ging es für die EVL-Cracks erst einmal zur Entspannung aufs Oktoberfest. Danach ist wieder harte Arbeit vor dem Heimspiel gegen Klostersee (Freitag, 20 Uhr) angesagt. Rich: „Wir müssen viel arbeiten und viel trainieren. Wir sind noch ganz am Anfang der Saison und es ist noch sehr viel zu tun.“

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