"Wir wollten Mut machen"

Sarah Maretzky (links) und Vivienne Heidenreich (rechts) mit Kunstlehrerin Verena Kilian sind stolz auf den 3. Platz beim Wettbewerb „Schlankheitswahn – ist doch krank“. Foto: Bauch

Ein heikles Thema, das jetzt auch vor dem Kunstunterricht nicht halt macht: Schlankheitswahn und Essstörungen. Beim bayernweiten Plakatwettbewerb „Schlankheitswahn – ist doch krank“ haben auch Verena Kilians Kunstklassen von der Fachoberschule Landsberg teilgenommen. Unter 590 Einsendungen erreichten Vivienne Heidenreich (18) und Sarah Maretzky (17) aus der 12. Klasse den 3. Platz und erhielten dafür eine Geldprämie von 300 Euro.

Der Plakatwettbewerb wurde vom BKK-Landesverband (Betriebskrankenkasse) und dem bayerischen Kultusministerium ausgeschrieben. Die Aufgabe bestand darin, ein Plakat mit einer Präventionsbotschaft zum Thema Essstörungen zu entwerfen. Mit dem Wettbewerb wurde auch die BKK-Initiative „Bauchgefühl“ begleitet, die Jugendliche über Gefahren des Schlankheitswahns aufklärt. Auch Kunstlehrerin Verena Kilian entschied sich, ihre Schüler an das Thema heranzuführen und bei dem Wettbewerb mitzumachen. Die Schüler teilten sich in kleine Gruppen auf und ließen ihrer Kreativität freien Lauf. „Wir waren eine der letzten Gruppen, die angefangen hat“, gestehen Vivienne Heidenreich aus Finning und Sarah Maretzky aus Kaltenberg. Ihre Arbeit unterschied sich aber auch sonst von denen der Anderen. „Viele haben etwas gemalt oder gebastelt, wir haben ein Rezept geschrieben“, erklärt Maretzky. „Es ist ein Rezept zur Lebensfreude mit allen wichtigen Zutaten, wie Freunde oder schöne Erinnerungen“, beschreibt Heidenreich ihr Plakat. Die beiden Schülerinnen glauben, dass sie unter den Besten waren, weil sie versucht haben, das Thema positiv aufzugreifen und Mut zu machen. „Viele haben den Schlankheitswahn abschreckend dargestellt, das wollten wir nicht.“ Zwar gebe es in ihrem direkten Umfeld niemanden mit einer Essstörung, aber man solle das Thema trotzdem nicht außer Acht lassen. „Der Wahn rückt immer näher“, weiß Heidenreich, und Maretzky stimmt zu: „Viele achten eben extrem auf sich, aber meistens fängt es ganz harmlos an.“ Zwar fanden die beiden Schülerinnen ihr Plakat schön, dass sie aber tatsächlich einen Preis dafür bekommen, hatten sie nicht erwartet. „Wir waren total überrascht“, erzählt Heidenreich. Vor Weihnachten schon habe Verena Kilian die Einladung zur Preisvergabe erhalten – allerdings ohne die ge­- naue Platzierung. „Wir sind dann zusammen mit Frau Kilian und noch einem Lehrer nach München gefahren,“ sagt Maretzky. „Erst dort erfuhren wir, dass wir 3. sind.“ Die Vorständin des BKK-Landesverbandes, Sigrid König, überreichte den Schülerinnen den Scheck über 300 Euro und eine Urkunde. Mit dem Geld wollen sie nun erstmal ihre ganze Klasse zum Essen einladen. „Zwar ist es eigentlich unser eigenes Geld, aber wir teilen gerne“, sagt Sarah Maretzky. Und Vivienne Heidenreich fügt hinzu: „Falls noch was übrig bleibt, wollen wir es spenden.“

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