Was wird aus dem Jakobsbergl? – Gespräch mit der Gemeinde und Heimatpflege fortsetzen

Die Zukunft des „Jakobsbergls“ liegt vielen am Herzen. Auf Einladung des Bayerischen Landesvereins für Heimat- pflege und des Schondorfer Kreises für Kultur- und Landschaftspflege haben sich über 80 Personen im Pfarrsaal zusammenge- setzt, um sich engagiert und konstruktiv mit dem Bebauungsplan St. Jakob auseinanderzusetzen. Dies kurz vor Ultimo, da die Entscheidung über die Rechtsauf- sichtsbeschwerde des Schondorfer Kreises gegen den B-Plan entschieden werden soll. Das Gespräch soll nach Möglichkeit mit Vertretern der Gemeinde und der Heimatpflege fortgesetzt werden.

„Wir sind für einen besseren Bebauungsplan, der unserer Kirche in gutem Licht erscheinen lässt“, betonte Prof. Peter Cornelius Mayer-Tasch vom Schondorfer Kreis. Darin müssten die öffentlichen Belange der Bürger den privaten Ansprüchen der Eigentümer angemessen gegenüber gestellt werden. Mit ihm teilten sich Wolfgang Schraml, 2. Vorsitzender des Schondorfer Kreises, Kreisheimatpflegerin Heidelinde Weißhaar-Kiem, Martin Wolzmüller, Vorsitzender des Landes- vereins für Denkmalpflege, Dr. Nikolaus Könner vom Landesamt für Denkmalpflege und Thomas Lauer, Architekt und Redakteur der Zeitschrift „Der Bauberater“ als Beschwerdeführer das Podium. Die Rechtsaufsichtsbeschwerde richtet sich insbesondere gegen die vorgesehene Gestaltung des als Ersatzbau für die jetzige Remise geplanten Gästehauses, aber auch gegen die Überbauung des historischen Kirchwegs von Westen her, sowie die Untergrabung des Kirchbergs durch eine Tiefgarage. „Unser persönlicher Bereich endet nicht am eigenen Gartenzaun“, erklärte Wölzmüller in seinem ausführlichen Statement. Um die „kulturelle Umwelt“ zu erhalten, seien formale Abwägungen im Gemeinderat nicht ausreichend, vielmehr bedürfe es gesellschaftlicher Prozesse. Kreisheimatpflegerin Heidlinde Weißhaar-Kiem bezeichnete die Jakobskirche als ein „herausragendes Zeugnis der Baukunst vor 1200 in einem Umfeld mit stimmigen Proportionen“ – noch. Anstatt eine Tiefgarage zu bauen und die Kirche „auf einem Loch“ stehen zu lassen, gelte es, eine Verkehrsplanung anzugehen, die den Bereich entlaste. Dr. Nikolaus Könner bedauerte, dass „denkmalpflegerische Belange viel zu oft weggewogen werden“. Wolfgang Schraml regte an, die vorhandene Remise aus dem Jahr 1906 nicht abzureißen, und durch ein voluminöseres Bauwerk zu ersetzten, sondern ihr eine ebenso „wunderschöne Renovierung“ angedeihen zu lassen, wie zuvor dem Gasthof. Und Lauer kam zu dem Schluss, dass der Bebauungsplan „schlampig verfasst“ und mit falschen Angaben versehen sei. Eine Lanze für den Gemeinderat, der die Planung nach zehnjährigen Bemühungen verabschiedet hatte, brachen Ex-Gemeinderätin Marianne Wegener, Gemeinderat Andreas Dohm und 2. Bürgermeister Kurt Bergmaier: Immerhin sei es dank dieser Planung gelungen, den Jakobsberg von Wohnbebauung freizuhalten. Dohm erinnerte daran, dass man dem Gasthof aufgrund des vorhandenen Baurechts, eine gewisse Entwicklungsmöglichkeit zugestehen müsse. Schutzgemeinschaft? Die Gründung einer Schutzgemeinschaft schlug Bezirksheimatpfleger Stefan Hirsch vor, um eine „schleichende Starnbergisierung des Ammersees“ zu verhindern. Er habe sich schon vor sechs Jahren mit der Bitte an die Diözese Augsburg gewandt, sich für die exponierte Stellung der Jakobskirche einzusetzen, erinnerte sich Pfarrer Engelbert Kaiser, „aber das war ziemlich schwach, was die dann geschrieben haben“. Der ortsansässige Architekt Wolf-Eckart Lüps vom Wessobunner Kreis schlug vor, dass die Bürgerschaft die Grundstückseigentümer für eine geringere Nutzung im Bereich der Remise entschädigen oder dass die Gemeinde sich um deren Kauf bewerben könne, um darin einen Gemeindesaal zu etablieren. Ein Architektenwettbewerb könnte zu einer besseren Planung führen.

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