Die B17 wird noch sicherer – "höhenfreie" Kreuzung

14 vor Christi Geburt errichteten die Römer auf dem Lorenzberg eine Militärstation, erzählt die Dorfchronik Epfachs. Die Straße, die sie entlang des Lechs nach Norden gen Augsburg bauten, gehörte zu einer der wichtigsten Verbindung im römischen Imperium. Die „Via Claudia Augusta“ genannte Strecke kreuzte an diesem unscheinbaren Militärstützpunkt die Querstraße von Kempten nach Salzburg.

Welch ein Verkehr mag seinerzeit geherrscht haben? Überholten schnittige Pferdewagen waghalsig von Ochsen gezogene Karren, die mit Waren beladen schwerfällig dahinzuckelten? Oder scheuchten sie zu Fuß marschierende Soldaten beiseite und hinterließen eine Staubwolke auf ihrem eiligen Weg durch die bajuwarischen Provinzen des römischen Reiches? Gab es für den Überholvorgang eigens eingerichtete Fahrstreifen? Heute, mehr als 2000 Jahre später, nennt man die Ochsenkarren Lastwagen und die Pferdewagen Auto. Die Verbindung nach Augsburg heißt B17 und ist, obwohl sie den Titel „Romantische Straße“ trägt, alles andere als das. Seit geraumer Zeit zeichnet sie sich zudem durch dauerhafte Baustellen aus, die, Wanderdünen gleich, mal hier mal dort den fließenden Verkehr behindern. Seit 2004 erweitert der Freistaat im Rahmen der Aktion „Sichere Landstraßen“ die B17 von Landsberg Süd bis Hohenfurch sukzessive auf drei Streifen. Derzeit bauen die Straßenarbeiter die Kreuzung Denk- lingen-Epfach „höhenfrei“ aus. Christoph Mohr, vom Straßenbauamt Weilheim ist stolz darauf, dass der Ausbau so zügig vorankommt. „Der Staat setzt für die jeweiligen Abschnitte durchschnittlich 1,5 bis 2 Millionen Euro ein“, führt er weiter aus, „wenn wir über das Konjunkturpaket nicht zusätzliche Mittel zur Verfügung bekommen hätten, würde der Ausbau noch fünf Jahre dauern.“ Ferner trug die Denklinger Bürgermeisterin, Viktoria Horber, zur Beschleunigung der Dinge bei. Veranlasst durch zwei verheerende Unfälle an besagter Kreuzung, Ende 2007, intervenierte sie im zuständigen Staatsministerium. Inzwischen haben sich die Bagger an der Kreuzung erfolgreich durch die Erde gewühlt und es fehlen nur noch die Auffahrten von der Kreisstraße LL16. Bis Anfang Oktober sollen die Arbeiten in diesem Teilbereich abgeschlossen sein. Horber verbindet damit die Hoffnung, dass sich die Sicherheitslage an der B17 zumindest hier entspannt, auch wenn man das menschliche Versagen immer mit einkalkulieren muss. Menschliches Verhalten sowohl damals als auch heute ist wohl nicht so unterschiedlich. Sobald es die Gegebenheiten erlauben, wähnt sich jeder Kraftfahrer allein auf weiter Flur und, geschützt durch seine Blechkiste, im Recht, diese Flur zum Zwecke des ungehemmten Dahinbrausens nutzen zu dürfen. „Es weiß doch jeder, dass auf den Bundesstraßen nur Tempo 100 erlaubt sind.“ kommentiert Mohr den auffallenden Mangel an Geschwindigkeitsbegrenzungstafeln. Ob sich unsere römischen Vorfahren daran gehalten hätten? Schließlich sagt man den Italienern einen lässig kreativen Fahrstil nach.

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