Ohne Defizit

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Alles unterschrieben: Bürgermeister Manfred Menhard, Andreas Lehner vom BRK und Bürgermeister Peter Ditsch (v.l.) freuen sich auf die Zusammenarbeit.

Landkreis – Die Verträge sind unterzeichnet: Ab Januar 2016 übernimmt das Bayerische Rote Kreuz (BRK) die Trägerschaft für die Kindertagesstätten in Prittriching und Scheuring. Kreisgeschäftsführer des BRK Andreas Lehner freut sich: „Die Anfrage beider Gemeinden zeigt das Vertrauen in unsere Arbeit.“

Schon im Januar hatte Lehner mit dem ersten Bürgermeister von Prittriching Peter Ditsch über eine Trägerschaft des BRK gesprochen. „Wir waren damals bereits Träger von sechs Einrichtungen, mit acht konnten wir unsere Verwaltung optimieren“, erklärt er. Bürger- meister Ditsch sprach mit seinem Kollegen Manfred Menhard, erster Bürgermeister der Gemeinde Scheuring, und bereits im Juli waren beide Verträge seitens der Gemeinden unterschrieben. 

Angedacht hatten beide einen neuen Träger bereits 2008, damals spielte aber der Gemeinderat nicht mit. „Zu dieser Zeit gab es auch noch nicht den Personalengpass im Bereich Pädagogik, den wir jetzt haben“, gibt Ditsch zu bedenken. Auch Menhard kann da nur zustimmen: „Da ist einfach nichts da.“ Teilweise gab es keine einzige Bewerbung auf Stellenausschreibungen, woraufhin die Gemeinden Pädagogen aus dem Ruhestand aktivieren mussten, um die Stellen zu besetzen. 

Das BRK habe da einfach größere Ressourcen. Ändern soll sich außer dem Träger nichts, betont Lehner. Das Konzept jeder Tagesstätte bleibe erhalten. Alle Angestellten würden übernommen, und da das BRK einen Tarifvertrag habe, der an den Öffentlichen Dienst angelehnt sei, seien auch bei Arbeitsrecht und Bezahlung keine Änderungen zu befürchten. „Alle Entscheidungen trifft letztendlich die Gemeinde“, erklärt Lehner. Auch Neueinstellungen und tariflich fällige Gebührenerhöhungen bräuchten deren Zustimmung. 

Das BRK übernehme sozusagen die „Software“ der Tagesstätte, erklärt Ditsch, „die Hardware bleibt weiterhin Auftrag der Gemeinde.“ Die Abrechnung, also die Verwaltung der Elternbeiträge und Zuschüsse, und vor allem das Personalmanagement sei die Hauptaufgabe des BRK. „Dass wir als Gemeinde dafür sorgen, dass nötige Umbauten oder Reparaturen gemacht werden, ist selbstverständlich“, betont Ditsch. Natürlich, so Lehner, beteilige sich das BRK auch an einem vorhandenen Defizit, „aber die Mehrzahl der BRK-Einrichtungen arbeiten ohne Defizit, und wir hoffen, das auch hier zu schaffen.“ „Man kann sich auf das fachliche Know-How des BRK verlassen“ urteilt Ditsch. 

Weil war die erste Kindertagesstätte im Landkreis, die das BRK 1990 übernahm. „Inzwischen ist die- se Aufgabe eine der wichtigsten des BRK geworden“, erzählt Lehner. „Und mit unseren personellen Möglichkeiten können wir die Betreuungssituation besser regeln.“ So seien Urlaubs- oder Schwangerschaftsvertretungen und ein Arbeits- platzwechsel wegen Umzugs deutlich einfacher im „großen Verbund des BRK“ zu gewährleisten. Die jetzigen Verträge laufen auf fünf Jahre. „Aber wenn es ein Problem gibt, dann redet man miteinander“, da sind sich beide Bürgermeister sicher. Und im Notfall sei es auf öffentlicher Ebene weitaus einfacher, einen Vertrag vor dessen Ende zu lösen.

Susanne Greiner

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