Umzug zum Ostufer?

Wirrwarr um das Sammersee-Festival

+
Das idyllische Strandbad Forster in Schondorf war jahrelang Veranstaltungsort des Sammersee-Festivals. Heuer wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit hier nicht stattfinden oder auch ganz ausfallen.

Schondorf – „Für a Fünferl a Durchananda“ muss man eigentlich Bayerisch korrekt zum Wirrwarr um das Sammersee-Festival sagen: In Schondorf abgesagt … oder auch nicht, dafür am Ostufer in neuer Location … aber eigentlich so doch nicht. Hier die widersprüchlichen Aussagen und Medienberichte der letzten Tage.

Seit 13 Jahren veranstaltet der gemeinnützige Verein „Sammersee e.V.“, gegründet von engagierten jungen Leuten, auf dem Gelände des Schondorfer Strandbads Forster das mittlerweile in der ganzen Region beliebte Sammersee-Benefizfestival für Musik, Kultur und Kunst. Das Tolle daran: Der Gewinn wird bis auf eine kleine Rücklage für die Organisation des Folgejahres komplett an gemeinnützige Organisationen gespendet. So waren das Ambulante Kinderhospiz München, der Schondorfer Verein Gemeinsam, das Netzwerk Asyl Ammersee-West oder der pädagogische Verein Spielratz dankbare Nutznießer der vielen Hundert Besucher.

Im letzten Jahr war die Terminierung auf das erste Sommerferienwochenende wohl etwas unglücklich. Urlaubsgäste konnten wegen des Festivals und den Auf- und Abbautagen nicht ins Strandbad. Die entgangenen Einnahmen wollte Strandbad-Eigentümer Anton Ernst heuer durch eine erhöhte Miete ausgleichen, wenn das Festival wieder am ersten Ferienwochenende stattfindet. Alternativ-Termine vor den Sommerferien bot Ernst zu günstigeren Mietpreisen an. Ein möglicher Termin vom 17. bis 19. Juli fällt für die Sammersee-Macher buchstäblich ins Wasser, da der TSV Schondorf mit einem großen Festprogramm für Jung und Alt sein hundertjähriges Jubiläum feiert – in direkter Konkurrenz zum Sammersee-Festival.

Eine Verschiebung der Open-Air-Veranstaltung auf den wettermäßig schwer zu kalkulierenden Herbst hält Jonathan von der Hoeden, Vorsitzender des Vereins, für sehr riskant. Allerdings sei für den Herbst oder einen anderen Termin das allerletzte Wort noch nicht gesprochen, wie er dem KREISBOTEN gegenüber betonte. Die Vorstandschaft sei sich noch nicht einig, ob man dieses Jahr nicht besser „pausieren und sich neu strukturieren“ solle.

Schondorf wird aber – ob heuer oder ab nächstem Jahr wieder – auf jeden Fall Spielort für das Sammersee-Festival bleiben. Ob im Strandbad Forster oder einer anderen Location. Für Verwirrung hatten nämlich Gerüchte gesorgt, das Festival werde auf das Ammersee-Ostufer nach Breitbrunn umziehen. In der letzten Herrschinger Gemeinderatssitzung sollte das Thema behandelt werden, wurde aber kurz vor Beginn von der Agenda gestrichen.

Durch „Kommunikationsprobleme“ sei die Anfrage des Sammersee-Vereins missverständlich dargestellt worden, so von der Hoeden. Man wollte laut Vereinsführung keine Genehmigung für das Festival, sondern nur grundsätzlich ausloten, wie die örtliche Kommunalpolitik zu einem „Sammersee-Ableger“ steht, um West- und Ostufer kulturell zu vernetzen. Der angeblich schon feste Spielort in Breitbrunn sei lediglich nur andiskutiert worden.

Wenn das Sammersee-Festival in diesem Jahr nicht im Strandbad-Forster stattfindet, werden die direkten Anwohner bestimmt nicht traurig sein. In den letzten Jahren gab es nämlich viele Beschwerden über betrunkene und randalierende Jugendliche im Umfeld des Festivals. Die Sammersee-Macher allerdings traf dafür keine Schuld. Innerhalb des Geländes ging es zwar stimmungsvoll, aber sittsam zu. Und was Jugendliche sowie Nicht-Teilnehmer außerhalb des Strandbades anstellen, liege nicht im Einflussbereich der Veranstalter.
Dieter Roettig

Auch interessant

Meistgelesen

Wenn die Zeugin vor Gericht Details verschweigt
Wenn die Zeugin vor Gericht Details verschweigt
Die goldenen Regeln der Metzgerei Boneberger
Die goldenen Regeln der Metzgerei Boneberger
Exhibitionisten am Ammersee, in Gilching und Dachau
Exhibitionisten am Ammersee, in Gilching und Dachau
Am Klinikum Landsberg ist fair parken angesagt
Am Klinikum Landsberg ist fair parken angesagt

Kommentare