"Weiter so, Vorzeigekommune"

Wirtschaftsminister Aiwanger und die Energie im Fuchstal

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Ministerpräsident Aiwanger zu Besuch in der "Vorzeigekommune" Fuchstal
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Ministerpräsident Aiwanger zu Besuch in der "Vorzeigekommune" Fuchstal

Fuchstal – Trotz der Übereinstimmung, dass bei der Energiewende Dampf gemacht werden muss: Beim Besuch von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger im Fuchstal sind konträre Auffassungen deutlich geworden. Bei der Besichtigung der Windkraftanlagen im Kingholz fragte Aiwanger knapp: „Wen stört das?“ Richard Mergner, Landesvorsitzender im Bund Naturschutz (BN), hatte zuvor geäußert: „Es gibt bessere Standorte als den Wald.“

Windkraftanlagen deswegen im Wald zu errichten, weil dort der Widerstand aus der Bevölkerung geringer sei – das sei der falsche Ansatz, erklärte BN-Landeschef Mergner am Montagmittag vor Ort. Windkraft im Wald sei mit Blick auf Vogelschutz und Baumbestand „erst in zweiter Linie gut“.

Aiwanger, stellvertretender Ministerpräsident Bayerns und Minister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, informierte sich in der Vorzeigekommune Fuchstal über die lokalen Anstrengungen zur Energiewende. Stationen waren der Standort des geplanten Wärmetopfes, die Freiflächenfotovoltaikanlage bei Asch und die Windkraftanlagen im Staatsforst auf 750 Meter Höhe.

Aiwanger, der sich ins Goldene Buch der Gemeinde eintrug, worin sich vor gut einem Jahr schon Ministerpräsident Markus Söder verewigte, überreichte Bürgermeister Erwin Karg eine Auszeichnung, die es erst seit Kurzem gibt und die das Fuchstal nun als erste Gemeinde erhalten hat. Deren Titel: „Gestalter im Team Energiewende Bayern“.

Karg, seit Mai 2002 im Amt, skizzierte Aiwanger die vielfältigen Aktivitäten auf dem Weg zu einer energieautarken Gemeinde. Er erwähnte das Nahwärmenetz (seit 2009) mit 130 Abnehmern in Leeder und Asch, ebenso das Kaltwärmenetz für das geplante Neubaugebiet in Seestall. Bei der Windkraft im Kingholz habe man in den ersten vier Jahren bereits eine Rendite von 37 Prozent ausbezahlen können.

Auch er selbst gehöre zu den 116 Gesellschaftern der Bürgerwind Fuchstal. „I hob 20.000 Euro drinnen“, machte Karg vor dem Minister und 20 weiteren Zuhörern kein Geheimnis aus seinem Anteil. Die bisherige Rendite aus der Windkraft bezifferte Robert Sing vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Landsberg auf Nachfrage des KREISBOTEN auf 2,47 Millionen Euro.

„Bürgermeister Karg betonte: „Wir haben eine Wertschöpfung vor Ort.“ 40 Millionen Kilowattstunden würden erzeugt; dies sei deutlich mehr, als die 24 Millionen Kilowattstunden, die in der Gemeinde verbraucht würden. Zusammen mit Windkraft, Fotovoltaik und Biogas würden jährlich vier Millionen Euro an Wertschöpfung „im Ort bleiben“.

„Man soll ihn sehen“

Wofür sich Minister Aiwanger besonders interessierte: Künftig soll im Rahmen der „Energiezukunft Fuchstal“ mit einem Wärmetopf, einem Stromspeicher und einer Power-to-Heat-Anlage überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energien sinnvoll genutzt werden. Dazu wird ein Wärmetopf gebaut, der vor Kurzem im Gemeinderat mehrheitlich am Standort zwischen Leeder und Asch mit 16 Metern Höhe genehmigt wurde (der KREISBOTE berichtete). Umstritten war der Standort. Karg dazu: „Man sieht ihn. Und man soll ihn sehen.“

Aiwanger antwortete, Karg habe damit den „neuralgischen Punkt“ der Widerstände angesprochen. Darum sei ihm der angestoßene Energiedialog in Bayern so wichtig. Man müsse sich schon wundern, wie Energiewende manchmal „professionell madig gemacht worden“ sei.

Der Verlust von Waldflächen für die Windkraftanlagen sei zu verkraften, vertrat Aiwanger die konträre Meinung zu der des BNs. Auch bei der Freiflächen-Fotovoltaik, wo Aiwanger heuer mit 200 weiteren Anlagen in Bayern rechnet, sei das der Fall. Unter den aufgeständerten Modulen könnten Rinder, Schweine oder Schafe grasen. Der Minister verabschiedete sich mit den Worten „Weiter so, Vorzeigekommune“. Nach zweistündigem Termin mit Exkursion machte er sich auf Richtung München.
Johannes Jais

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