Nach 100 Jahren das Aus?

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Im März letzten Jahres hatte die Wörlein GmbH ihr neues Gartenzentrum im Westen Dießens eröffnet. Dazu gehört auch eine neugebaute 4000 Quadratmeter große Warmhalle. Das seit über 100 Jahren existierende Familienunternehmen hat vergangene Woche Insolvenz beantragt.

Dießen – Im vergangenen Jahr hat Wörlein noch die Eröffnung des neuen Gartenzentrums im Westen der Marktgemeinde gefeiert – jetzt haben die Wörlein GmbH und das Einzelunternehmen Ludwig Wörlein Baumschulen jeweils eigene Insolvenzanträge gestellt. Gemeinsam mit den vorläufigen Insolvenzverwaltern entwickelt die Unternehmerfamilie jetzt ein Konzept, das „die Stabilisierung und Fortführung der Betriebe sicherstellen soll“.

Seit über 100 Jahren gibt es das Unternehmen Wörlein. Die Sortiments- und Handelsbaumschule ist 1913 gegründet worden und wird von der Familie Wörlein bereits in der dritten und vierten Generation geführt. Derzeit beschäftigt die Wörlein GmbH 76, das Einzelunternehmen Ludwig Wörlein Baumschulen 16 Mitarbeiter. 

Jeweils ein eigener Insolvenzantrag ist am Dienstag vergangener Woche eingegangen. Das Amtsgericht Augsburg habe daraufhin zur Sicherung des Vermögens vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Als Insolvenzverwalter sind die Rechtsanwälte Dr. Paul Abel und Dr. Robert Hänel von der Kanzlei „anchor Rechtsanwälte“, die auf Insolvenzrecht spezialisiert ist, bestellt worden. „Mittlerweile arbeiten wir mit fünf Anwälten an der Sache“, so Kanzleimitarbeiter Michael Verken. 

Am Hauptsitz in Dießen betreibt die Wörlein GmbH ein großes Gartenzentrum mit Groß- und Einzelhandel auf einer Verkaufsfläche von rund 9000 Quadratmetern, das im März letzten Jahres eröffnet wurde. Auch eine 4000 Quadratmeter große Warmhalle ist auf der Fläche im Dießener Westen errichtet worden. Das Einzelunternehmen Ludwig Wörlein betreibt außerdem bei Landsberg eine Baumschule auf rund 85 Hektar Anbauflächen. 

Die beiden vorläufigen Insolvenzverwalter Dr. Paul Abel und Dr. Robert Hänel entwickeln nun gemeinsam mit der Unternehmerfamilie Wörlein ein Konzept, das die Fortführung der Betriebe sichern soll, heißt es in einer Pressemitteilung der Rechtsanwalts-Kanzlei. 

Große Investitionen 

Einschränkungen des Geschäftsbetriebes seien während des vorläufigen Insolvenzverfahrens aber nicht geplant. „Für Kunden und Co. wird sich vorerst überhaupt nichts ändern“, bestätigt Sachbearbeiter Michael Verken auf Nachfrage des KREISBOTEN. Familie Wörlein wollte sich zunächst noch nicht zu dem Insolvenzverfahren äußern und verwies auf die beiden Insolvenzverwalter. 

In Dießen ist man geschockt über die Nachricht, dass das Traditionsunternehmen Insolvenz beantragt hat. Immerhin hatte das Unternehmen mit dem Neubau des Gartenzentrums erst vor Kurzem größere Investitionen getätigt.

Astrid Erhard

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