Wohin mit gebrauchter Kleidung?

BRK stöhnt: Altkleider im Überfluss

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Unlängst in der BRK-Schatztruhe Dießen abgegeben: nicht nur schmutzige, sondern übelst nach Erbrochenem riechende Kleidung im Sack.

Landsberg – Mit Sorge beobachtet man beim BRK-Kreisverband die Entwicklungen auf dem Altkleidermarkt. Das Spendenaufkommen hat in den letzten Monaten regelmäßig für überfüllte Altkleidercontainer gesorgt und inzwischen auch zu Problemen in den vier Kleiderläden. Die Lager beim BRK sind voll.

Neben Problemen bei der Leerung von Altkleidercontainern durch das vom BRK beauftragte Unternehmen (der KREISBOTE berichtete) sorgen auch jene Zeitgenossen für Ungemach, die an den Containerstandorten kostenlos ihren Hausmüll entsorgen, bedauert die stellvertretende BRK-Kreisgeschäftsführerin Marianne Asam. Als Folge wurden am Brennpunkt Wiesenring alle elf Container abgezogen.

Wie Asam weiter mitteilt, sind nun auch in den vier BRK-Kleiderläden bei der Spendenabgabe neue Maßnahmen notwendig. Die Menge gut erhaltener Bekleidung, die in den Schatz­truhen Landsberg, Kaufering, Dießen und Geltendorf direkt abgegeben wird, habe extreme Ausmaße angenommen. „Die Masse an Ware bringt uns in den Kleiderläden an die Grenzen“, so Asam. Die Lager für Winterware seien voll, obwohl neue Kapazitäten zur Einlagerung geschaffen worden seien. „Die Ehrenamtlichen schaffen es kaum noch während der Ladenöffnungszeiten die abgegebenen Säcke und Kartons zu sichten, zu sortieren und für die Weiterverwendung vorzubereiten“, beschreibt Asam. Besonders ärgerlich dabei: Der Begriff „wiederverwertbar“ werde sehr individuell ausgelegt, und vieles von dem, was gebracht werde, sei „definitiv nicht mehr für den Weiterverkauf geeignet“.

Noch schlimmer: Die Beschäftigten in den Schatztruhen berichteten regelmäßig von Schmutzwäsche in den Säcken, zerrissener, zerknitterter Kleidung, müffelnder und extrem nach Rauch riechender Ware, die kein Kunde haben möchte.

Um das Problem einigermaßen in den Griff zu bekommen verteilt der BRK-Kreisverband seit längerem Handzettel. Eine kleine Orientierungshilfe für die Spender: Was ist für den Verkauf in den Kleiderläden geeignet? Was gehört in den Altkleidercontainer? Was muss entsorgt werden? „Vor Jahren hätte niemand gedacht, dass Altkleider in den Haus- oder Sondermüll gehören“, sagt Asam, „inzwischen werden aber viele chemische Fasern verarbeitet, die sich nicht mal mehr zu Putzlappen und Malerflies recyclen lassen.“ Altkleider und Schuhe können aber auch an den betreuten Wertstoffsammelstellen des Landkreises und am Abfallwirtschaftszentrum in Hofstetten abgegeben werden.

Maximal 15 Teile

Für das Rote Kreuz bittet Marianne Asam um Verständnis, dass derzeit die abgegebene Ware sofort gesichtet wird. Unverkäufliches werde dem Kunden wieder mitgegeben. Das stoße erfahrungsgemäß nicht immer auf Verständnis. Außerdem werde vorübergehend die Abgabemenge auf 15 Teile begrenzt. „Die Lager sind voll. Sobald sich die Situation entspannt, werden wir das wieder lockern“, äußert sich Asam zuversichtlich. „Nachhaltigkeit und soziales Engagement bleiben weiterhin unsere Grundsätze. Unsere Kunden, egal ob mit kleinem Geldbeutel oder mit Hang zu Second-­Hand-Mode, sollen gerne zu uns kommen und Freude an der erworbenen Kleidung haben“.
Toni Schwaiger

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