Das wohl letzte Aufgebot – Bernhard Mödl tritt nach 36 Jahren aus der CSU aus

Bernhard Mödl hat nach 36 Jahren der CSU den Rücken gekehrt und ist aus der Partei ausgetreten. Als Gründe führt der 56-Jährige in einem öffentlichen Schreiben unter anderem an, dass verdiente Mitglieder in der Kauferinger CSU keinen Platz mehr hätten. Darüber hinaus fehle es an Kommunikationsbereitschaft sowie der Offenheit neuen Ideen gegenüber. Mödl spricht in diesem Zusammenhang von einer „Art Geheimzirkel, der sich nicht in die Karten schauen lassen will“.

Den Entschluss, das Handtuch zu werfen, fiel Mödl nicht leicht, zumal es ihm um die Partei leid tue. Doch über die Jahre habe sich so viel Ärger angestaut, dass er einfach keine Lust mehr hatte, erklärte er auf Nachfrage des KREISBOTEN. Das Fass zum Überlaufen brachte dann wohl die Generalversammlung des CSU-Ortsverbandes in der vergangenen Woche. Hier wählten die anwesenden Christsozialen Uwe Adrian zum neuen Ortsvorsitzenden. Er tritt damit die Nachfolge von Manfred Nieß an. Aus Sicht Mödls wurde hier „gemauschelt“ und Kandidaten einfach aufgestellt, ohne sie zu fragen. Er selbst habe sich zur Wahl gestellt, sei aber nicht zum Zuge gekommen. Initiator sei hier ein „enger Kreis, um den sich die Mitglieder scharen dürfen“. Neue Ideen seien aber unerwünscht und Kritik dürfe es auch nicht geben, so der 56-Jährige. Mit dem „engen Kreis“ meint Mödl nicht die engere Vorstandschaft, sondern ein Art „Geheimzirkel“, dessen „Mitglieder“ nicht unbedingt die Führung des Ortsverbandes übernehmen wollen. Konkrete Namen wollte der ehemalige CSU-Mann nicht nennen. Nur soviel, dass dieser Kreis aus langjährigen Mitgliedern besteht, der die Strippen im Hintergrund ziehe. Der neue Vorsitzende sei laut Mödl demnach „nur eine Marionette“. Überhaupt habe sich die Kauferinger CSU in den letzten zehn Jahren von rund 100 Mitgliedern fast halbiert. Nicht ohne Grund, herrsche doch eine Parteimüdigkeit vor, die neue Ideen wie etwa die Wiederbelebung des Flohmarktes am Fuggerplatz oder die Einrichtung einer Lehrstellenbörse an der Hauptschule einfach ignoriert. „In der Kauferinger CSU ist mit dieser Einstellung keine politische Arbeit möglich“, so Mödl. An alten Zöpfen Auch der Umstand, dass die CSU Kaufering noch keinen Bürgermeisterkandidaten für die Zeit nach Dr. Klaus Bühler hat, könne er nicht verstehen. „Hier werden gute Chancen vertan, uns als CSU nach außen hin zu präsentieren und eine bürgernahe Politik zu betreiben. Stattdessen halte man an alten Zöpfen fest.“ Mödl selbst war seit über 20 Jahren im CSU-Ortsverband Kaufering tätig. Er bekleidete unter anderem kommissarisch den Posten des Ortsvorsitzenden, bevor Manfred Nieß dieses Amt übernahm. In seiner letzten Funktion war stellvertretender Ortsvorsitzender. Mit Blick auf die neue Vorstandschaft sagte Mödl: „Das ist wohl das letzte Aufgebot.“

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Töpfermarkt am Limit
Töpfermarkt am Limit
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Polizei bremst führerloses Auto auf der B17 bei Denklingen aus
Polizei bremst führerloses Auto auf der B17 bei Denklingen aus

Kommentare