Zum Wohle der Umwelt

Seit einigen Monaten herrscht im Schondorfer Rathaus Ausnahmezustand, noch müssen sich die Besucher den Weg durch die Hintertür bahnen. Doch schreitet die energetische Sanierung des kommunalen Gebäudes rasch voran. Noch viel zu tun gibt es im Obergeschoss, und bis Oktober wird es voraussichtlich dauern, bis auch die Rathauspassage wieder in neuem Glanz erstrahlt. Ziel der Maßnahmen ist es, den Energieverbrauch des Rathauses gemäß der Energiesparverordnung 2009 um 65 Prozent zu reduzieren.

Unterdessen haben Bürgermeister Peter Wittmaack, sowie die Mitarbeiter von Standes- und Einwohnermeldeamt, ihre renovierten und neu möblierten Büros wieder bezogen. Pünktlich zum Ferienbeginn ist auch die Bücherei aus dem Pfarrsaal in ihre Räume im Südflügel zurückgekehrt. Wer im Bestand saniert, spart zwar Geld – braucht aber eine gute Logistik und starke Nerven um den Rathausbetrieb in einer permanenten Baustelle aufrecht zu erhalten. Als im Mai der Balkon an der Ostfassade abgesägt wurde, seien Geräuschkulisse und Staubentwicklung nur schwer zu ertragen gewesen, erinnert sich Bürgermeister Peter Wittmaack. Bis zu 35 Handwerker bevölkerten zeitweise gleichzeitig mit den 25 Verwaltungskräften das Rathaus. Die Situierung der einzelnen Geschäftsbereiche entspricht nach der Sanierung der ursprünglichen Anordnung, verändert haben sich dagegen die Größenverhältnisse: Sekretariat, Geschäftsstellenleitung und Bürgermeister haben größere, freundliche Büros erhalten. Ganz neu wurde auch der Einwohnermeldebereich gestaltet: Hier gibt es keinen trennenden Tresen mehr. Stattdessen können die Bürger direkt beim Sachbearbeiter Platz nehmen. Dunkles Holz und abgehängte Decken sind verschwunden. Das Tageslicht fällt durch schallisolierte Innenfenster in die hellen Räume. Sogar die Lamellen der Sonnenschutzjalousien tragen zur Energieeinsparung bei – sie reflektieren indirektes Licht an die Raumdecken. Das Schondorfer Rathaus, 1970 zur Gebietsreform errichtet, spiegelte energetisch den ökologischen und ökonomischen Standard der Zeit vor der ersten Ölkrise wieder. Der Heizölverbrauch lag bisher bei 35 bis 38 Tonnen. Architekt Bürger hofft nun, den Verbrauch auf ein Drittel reduzieren zu können. Die maroden Alufenster wurden durch dreifach verglaste Fenster ersetzt. Anstelle durchgehender Glasbänder durchbrechen nur einzelne Fenster die Ost-, Nord- und Westfassade – einzig im Sitzungssaal wurde die Fensterfläche vergrößert. Styroporplatten auf den Ziegelwänden dienen der Wärmedämmung, auch das Untergeschoss wurde mit einer Isolationsschicht umfangen. Das Dach wurde mit Mineralwolle ausgepolstert. Für all diese Maßnahmen kam die Förderung aus dem Konjunkturpaket II gerade recht. Bei einer Gesamtinvestition von 1,45 Millionen Euro konnte sich Schondorf über einen satten Zuschuss von 720000 Euro freuen. Freilich brachten die strengen Förderrichtlinien auch so manch Probleme mit sich: Die im Rathaus untergebrachten Räume der Feuerwehr durften nicht von den Zuschüssen profitieren. Dabei fanden sich dort die größten energetischen Lecks. Im Warmraum fehlte es völlig an Isolation. Wie ein „Kühlturm“ wirkte der Schlauchturm aus Sichtbeton. Er wurde deshalb, so Architekt Edgar Bürger, „von unten warm eingepackt“. In vollem Gang sind auch die Bauarbeiten im Foyer. Eine automatische Tür ersetzt bereits den Windfang, ein Lift wurde als behindertengerechter Zugang zum Sitzungssaal im Obergeschoss eingebaut. In der letzten Bauphase soll die Rathauspassage fertig werden.

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