Wohnen am neuen Kreisverkehr?

„Die Idee klingt verwegen, aber sie ist machbar!“ Das hat Bürgermeister Dr. Klaus Bühler (UBV) im Gemeinderat betont. Er hat eine mögliche Anhebung der Bayernstraße auf das Niveau der B17 alt bei gleichzeitiger Anbindung durch einen Kreisverkehr im Blick. Während die GAL-Fraktion bereits klare K.o.-Kriterien für ein solches Projekt ausmacht, wiegelt der Rathauschef die Bedenken ab: „Das ist Blödsinn pur!“

Laut Regierungsbaumeister Eberhard von Angerer sieht die Planungsidee vor, die Bayernstraße im besagten Areal aufzufüllen, um die Straße auf das Niveau der B17alt zu bringen. Der Anschluss an die Bundesstraße wird laut Angerer durch einen großen Kreisverkehr bewerkstelligt. Die Anbindung von Fuß- und Radwegen soll durch unter dem Kreisverkehr verlaufende Röhren erfolgen. Die bestehenden Abfahrtsrampen, die von der alten B 17 abzweigen, könnten bei der Realisierung des Projekts abgebaut werden. Angerer: „So hätten wir einen Flä­chen­ge­winn, der an­ders­artig genutzt werden könnte.“ Neuer Wohnraum? Welche Nutzung gemeint war, das erfuhren die Ratsmitglieder wenig später in nichtöffentlicher Sitzung. Demnach sehen die Überlegungen unter anderem vor, auf dem frei werdenden Areal (Auffahrt Augsburg) Geschosswohnungsbau in Passivhausbauweise zu errichten. Die rund 2500 Quadratmeter große Fläche solle für rund 300 Euro pro Quadratmeter verkauft werden. Der Erlös könnte in die Finanzierung des Straßenbauprojektes fließen. Mit der Maßnahme verfolge man zudem das Ziel einer besseren städtebaulichen Einpassung. Angerer machte aber auch deutlich, dass die angestrebte „Neugestaltung des Ortsbildes“ in diesem Bereich weniger Einfluss auf die Verkehrszahlen haben werde. Mög­lich sei, mit dem neuen Kreisverkehr den Weg Richtung Norden oder Süden auf der B17alt durch dort zu erwartende Staus „unbequemer“ zu machen. Dies könnte dazu füh­ren, dass sich der Durchgangsverkehr von aktuell 10000 Fahrzeugen verringert. Zu Ende denken! All dies ist der GAL-Fraktion zu wage. Laut Fraktionssprecherin Gabriele Triebel sei die Planung auf den ersten Blick zwar charmant, aber nicht bis zu Ende gedacht. Vor allem der mit dem Projekt einhergehende Rückbau an Lärmschutzwänden sei nicht nachvollziehbar. Zumal man sonst nichts tue, um den Ort vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Triebel: „Stattdessen setzt man darauf, dass der anvisierte Kreisverkehr von den Verkehrsteilnehmern als störend empfunden und damit nicht mehr benutzt wird. Darüber hinaus holt man mit dieser Maßnahme den Verkehr, der aktuell noch in der unteren Etage verläuft, nach oben und schafft es damit, dass wir noch mehr Fahrzeuge sehen, riechen und hören können.“ Nach Ansicht der GAL-Chefin gleicht der Plan einem „Schildbürgerstreich“. Das Vorhaben sollte nur dann durchgeführt werden, wenn man die B17alt entweder durch Verbauungen oder Herausnahme eines Teilstückes im Norden für den Durchgangsverkehr gänzlich unattraktiv macht, so die GAL-Sprecherin. Doch dafür bedarf es seines Gesamtverkehrskonzeptes für Kaufering. Bürgermeister Dr. Bühler konnte den Ausführungen nichts abgewinnen und watschte die GAL-Argumente als „Blödsinn pur“ ab. „Sie wollen verhindern und stören“, so Bühler. Mehr Bürgerinfo Zu sachlichen Argumenten fand Hans Koch (SPD) wieder zurück. Die vielen verkehrstechnischen Maßnahmen mit diversen Kreiseln, wie etwa „Süd-Ost-Spange“, sollen gebündelt in einem Sonderheft des Mitteilungsblattes aufgegriffen und den Bürgern vermittelt werden. „Es wird gerade viel in der Bevölkerung diskutiert und keiner weiß so richtig, was alles im Raum steht. Wir sollte die Bürger mitnehmen und mitdiskutieren lassen“, sagte Koch. Mit Blick auf die GAL: „Man dürfe nicht immer so lange warten, bis die Situation eskaliert.“

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