Wohngruppe für Intensivpatienten

Wer im Landkreis Landsberg als Patient auf eine Intensiv- und Beatmungspflege angewiesen ist, hat schlechte Karten. Denn keines der Seniorenheime ist derzeit für eine derartige Behandlung gerüstet. Das soll sich jedoch bald ändern: Der Kreisausschuss beschloss in seiner jüngsten Sitzung die Einrichtung einer Wohngemeinschaft für technologieabhängige Patienten im Greifenberger Kreisseniorenheim Theresienbad.

Im Vorfeld hatten Gespräche zwischen Landrat Walter Eichner und der Betriebsleitung der Seniorenheime stattgefunden, in denen die unbefriedigende Situation zur Sprache gekommen war, welche Betriebsleiter Anton Schmid den Kreisausschuss-Mitgliedern noch einmal erläuterte. So könne die Versorgung aufgrund der personalintensiven Vorschrift, ausschließlich Fachkräfte für die Intensivpflege einsetzen zu dürfen, in den Heimen des Landkreises bislang nicht gewährleistet werden. Eichner habe daraufhin den Auftrag gegeben, nach einer Lösung für die Problematik zu suchen. Bei ihrer Analyse kamen Schmid und seine Kollegen zu dem Ergebnis, dass sich die Situation nur in Kooperation mit einem dafür „sowohl personell wie auch mit der notwendigen langjährigen fachlichen Erfahrung ausgestatteten Pflegedienstes“ verbessern lasse. Dem Kreisausschuss schlug Schmid daher vor, fünf Zimmer zuzüglich der notwendigen Nebenräume im Greifenberger Seniorenheim an die „Kerner Intensivpflege/Beatmungspflege“ zu vermieten. Das Unternehmen, welches seit 2004 besteht und bereits in Herford, Borgstedt, Köln und Ingolstadt Wohngemeinschaften für Intensivpatienten betreut, soll in der neuen Wohngruppe eine 24-Stunden-Versorgung gewährleisten. Auch im Landkreis ist der Pflegedienst kein Unbekannter: Er zeichnet aktuell für die ambulante Versorgung von 120 Patienten verantwortlich. Dass die Wahl bei der Suche nach einer geeigneten Örtlichkeit auf die Pflegeeinrichtung in Greifenberg fiel, hänge mit der Situation vor Ort zusammen, erläuterte Schmid. So seien dort keine Umbaumaßnahmen nötig. Auch eine Pflicht zur Rückzahlung von Fördermitteln, die der Freistaat im Jahr 2000 für den damaligen Umbau bereitgestellt hatte, bestehe nicht, da die Zweckbestimmung im Bereich der Pflege verbleibe. Dass die Bettenzahl im sogenannten „Rüstigenbereich“ um Platz zu schaffen von zehn auf fünf reduziert werden muss, sei zudem kein Problem, versicherte Schmid: „Das entspricht der aktuellen Nachfragesituation.“ Der Bedarf, so haben Schmid und seine Kollegen ermittelt, an derartigen Intensivpflegeplätzen ist im Landkreis vorhanden. So werden derzeit drei Patienten durch einen ambulanten Pflegedienst zuhause versorgt, während ein anderer in eine Augsburger Einrichtung ausgewichen sei. Zwei weitere Patienten würden dringend auf eine Versorgung warten, so Schmid. Die Frage von Kreisrat Dr. Rapp, ob die Auslastung auch in Zukunft gesichert sei, beantwortete Schmid im Hinblick auf die zu erwartende demografische Entwicklung mit einem klaren Ja. „Wir können dadurch einen großen Bedarf in der Zukunft decken“, erhielt der Betriebsleiter Unterstützung von Landrat Eichner. Finanziell sei das Projekt für den Landkreis zudem in keinem Fall ein Risiko, wies Schmid hin. „Wir vermieten ja nur die Räumlichkeiten.“ Am Ende bleibe so sogar ein Gewinn von immerhin 19 Euro. Genug für die Mitglieder des Kreisausschusses, die einstimmig für die Einrichtung eine Wohngruppe im Seniorenheim votierten.

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