"Great Bavaria Make Again!"

Jubelnder Applaus für Wolfgang Krebs in Landsberg

1 von 7
Wolfgang Krebs begeisterte sein Publikum in Landsberg mit Stoiber, Söder und Schlawiner Schorsch Scheberl.
2 von 7
Wolfgang Krebs begeisterte sein Publikum in Landsberg mit Stoiber, Söder und Schlawiner Schorsch Scheberl.
3 von 7
Wolfgang Krebs begeisterte sein Publikum in Landsberg mit Stoiber, Söder und Schlawiner Schorsch Scheberl.
4 von 7
Wolfgang Krebs begeisterte sein Publikum in Landsberg mit Stoiber, Söder und Schlawiner Schorsch Scheberl.
5 von 7
Wolfgang Krebs begeisterte sein Publikum in Landsberg mit Stoiber, Söder und Schlawiner Schorsch Scheberl.
6 von 7
Wolfgang Krebs begeisterte sein Publikum in Landsberg mit Stoiber, Söder und Schlawiner Schorsch Scheberl.
7 von 7
Wolfgang Krebs begeisterte sein Publikum in Landsberg mit Stoiber, Söder und Schlawiner Schorsch Scheberl.

Landsberg – „Meine sehr entsetzten Damen und Herren… äh liebe Inselbadfreunde“. Wenn Wolfgang Krebs’ Paradefigur Stoiber zu reden beginnt, bleibt kein Auge trocken. Kein Wunder, dass sein neuestes Programm im Nu ausverkauft war, als der Kaufbeurer Multi-Parodist vergangenen Samstag im Stadtsaal Landsberg gastierte. In „Geh zu, bleib da!“ geht es um das schöne Landleben, den Großstadtwahn und die schonungslose Narrenfreiheit, die sich Krebs’ Figuren herausnehmen und die vielen aus der Seele spricht.

In seiner neuen One-Man-Show widmet sich Krebs einem seiner Lieblingsthemen: der bayerischen Heimat. Genauer gesagt: der zunehmenden Landflucht, den Vorzügen der Provinz und dem Quatsch vom Großstadtleben. Jetzt regt sich Widerstand im hintersten Winkel Bayerns. Und zwar in Untergamskobenzeißgrubengernhaferlverdimmering, dem Heimatdorf von Krebs’ Schlawinerfigur Schorsch Scheberl, der unter dem Slogan „Geh zu, bleib da!“ eine große Werbeveranstaltung moderiert, mit hochkarätigen Rednern und Schlagergaudi.

Am Abend melden sich nicht nur Bayerns Ex- und neue Ministerpräsidenten Edmund Stoiber, Horst Seehofer und „Marggus“ Söder zu Wort. Auch „Kandesbunzlerin“ Angela Merkel, König Ludwig II. und die Allgäuer Schlagerkanone Meggy Montana defilieren auf der Bühne. Ein Höhepunkt des Abends ist dabei eine „Talkshow“ mit Ex-Bundespräsident Joachim Gauck als Moderator und seinen Gästen Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher, Papst Benedikt XVI. und Bayerns Politikern Joachim Herrmann, Günther Beckstein und Hubert Aiwanger.

Wolfgang Krebs verkörpert sie alle, raffiniert und politisch unkorrekt, jedoch stets respektvoll: Nach jedem Auftritt verschwindet der Verwandlungskünstler hinter einer Bergkulisse, um blitzschnell ins nächste Kostüm zu schlüpfen. In der Zwischenzeit nutzt Schorsch Scheberl die Gelegenheit, um Schleichwerbung für all die Töchter und „Amigos“ seiner Holding zu machen. frei nach dem Motto: „eine Hand wäscht die andere“. Wie ein Chamäleon schlüpft der Karikaturist in unterschiedliche Rollen und lässt seine Bühnenfiguren nacheinander wie aus dem Nichts heraus entstehen. Als Publikumsliebling Stoiber die Bühne betritt und beginnt, über die „große Kopulation zwischen CSU-CSU-CSU und den Freien Quälern“ zu reden, explodiert das Publikum fast vor Lachen. Am Ende seiner Rede ruft der Polit-Pensionär zu „Great Bavaria Make Again!“ auf, wobei er den Spruch nicht mehr richtig zusammenkriegt, weil er „lange kein Französisch hatte“.

Ein weiterer Dauerbrenner aus Krebs’ Polit-Repertoire ist Horst Seehofer, der seinen fränkischen Nachfolger immer wieder gerne verspottet. Kurz darauf tritt Markus Söder auf die Bühne, der keinen Hehl daraus macht, was er unter Koalition versteht: „Wenn Du einen Feind nicht beseitigen kannst, dann musst Du ihn umarmen. Und zwar so lange, bis er nicht mehr atmen kann“.

Auch Angela Merkel sorgt für Riesenlacher, als sie von ihren Erfahrungen mit den „bayerischen Stämmen“ erzählt und versucht, ihren „Ureinwohnerdialekt“ wiederzugeben.

Nach über zwei Stunden satirischem Feuerwerk an Wortakrobatik und scharfen Spitzen zum Politik- und Tagesgeschehen werden Wolfgang Krebs und sein Figurenkabinett mit lang anhaltendem Applaus verabschiedet.

Jamila Tazit

Auch interessant

Meistgelesen

Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Für den guten Ton im Lechrain
Für den guten Ton im Lechrain
Landsbergs Oberbürgermeister bald in Rot?
Landsbergs Oberbürgermeister bald in Rot?
Kreiskulturtage Landsberg: aus Biennale wird Triennale
Kreiskulturtage Landsberg: aus Biennale wird Triennale

Kommentare