Schondorfer Schüler mit "BISS"

Persönlicher Coach für Schüler

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Die Percussiongruppe der Wolfgang-Kubelka-Realschule Schondorf umrahmte musikalisch die Unterzeichnung des neuen Schulentwicklungsprogrammes. Hinter den Jungs (v. links) Ministerialbeauftragter Ernst Fischer, Landrat Thomas Eichinger, Realschuldirektor Günter Morhard und Bürgermeister Alexander Herrmann.

Schondorf – Wenn Schondorfer Realschüler von BISS sprechen, meinen sie nicht die Obdachlosenzeitung („Bürger in sozialen Schwierigkeiten“), sondern einen zentralen Punkt im neuen Schulentwicklungsprogramm der Wolfgang-Kubelka-Realschule. Hier heißt die Abkürzung „Betreuungsintensive Schüler stützen“. In einer humorigen Spielszene erklärten Schüler diesen Unterschied bei der feierlichen Verabschiedung des neuen Schulentwicklungsprogrammes.

Realschuldirektor Günter Morhard konnte in der Aula neben Kollegium, Elternbeirat, Förderverein, zahlreichen Eltern und Schülern auch Ehrengäste begrüßen, darunter Landrat Thomas Eichinger, Bürgermeister Alexander Herrmann und Ernst Fischer, den Ministerialbeauftragten für die Realschulen in Oberbayern-West. Moderiert von Schülersprecher Christian Thurner und Konrektor Christian Schmitz und umrahmt von Darbietungen der Big Band, Percussiongroup sowie der Theatergruppe ging es um die Unterzeichnung des in drei Jahren von 15 Lehrkräften erarbeiteten SE-Programmes. Ziel ist es, mit der ausgearbeiteten Systematik die schulische Qualität weiter zu verbessern, die Schulgemeinschaft zu stärken und die schulischen Leistungsstrukturen weiter zu entwickeln. Vorgegeben hat dies Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle: „Die bayerischen Schulen sollen künftig in eigener Verantwortung Schulentwicklungsprogramme erstellen und darin selbst Entwicklungsziele festlegen.“ Nur eine „lernende Schule“, das heißt eine Schule, die die Qualität ihrer Arbeit regelmäßig überprüfe, könne den heutigen gesellschaftlichen Ansprüchen an eine gute Bildungseinrichtung gerecht werden.

Das Entwicklungsteam der Wolfgang-Kubelka-Realschule unter der Leitung von Konrektor Christian Schmitz formulierte in Arbeitsgruppen Themenfelder für die programmatische Ausrichtung der schulischen Arbeit. Darunter ein Konzept zum leichteren Übertritt von der Grundschule an die Wolfgang-Kubelka-Realschule. Es habe sich nämlich gezeigt, dass es Grundschülern zunehmend schwerer fällt, sich in das System einer weiterführenden Schule einzufinden. Die Jungen kämen zum Teil aus kleinen Schulklassen, wo sie oft von einer Lehrkraft intensiv beschult und „bemuttert“ würden. Eine Knabenrealschule mit Lehrerraumprinzip und Klassenstärken von bis zu 30 Schülern sei daher eine große Herausforderung für die neuen Schüler. Durch das neue Konzept sollen Übertritt und Einleben jetzt erleichtert werden.

Erarbeitet wurde ein Methodencurriculum zur Förderung des eigenständigen Lernens für alle Jahrgangsstufen. Vertretungsstunden sollen künftig den Regelunterricht inhaltlich und methodisch zielgerichtet ergänzen. Bei Schüler-Lehrer-Sprechstunden heißt es nicht mehr „Ein Lehrer und eine Klasse“, sondern „Ein Lehrer und ein Schüler“. In der neuen Umgebung des Elternsprechzimmers sei so ein vertrauensvoller Meinungsaustausch zwischen Lehrkraft und Schüler leichter möglich.

Viele Eltern werden über das BISS-Konzept des neuen SE-Programms sehr erfreut sein. Vor allem leistungsschwächere, verhaltensauffällige und schulartwechselnde Schüler werden künftig individuell gefördert und betreut. Sie erhalten aus dem Lehrerkollegium vorübergehend einen persönlichen Coach. Ministerialbeauftragter Ernst Fischer lobte in seinem Grußwort diesen freiwilligen Einsatz der Lehrer. Fischer bezeichnete das Schulentwicklungsprogramm als eine Art „Rezeptbuch“ für praktische Hilfe, Nachdenkhilfe und Impulse. Um noch bessere Leistungen zu erreichen, sei eine gewisse Systematik nötig.

Dass die Wolfgang-Kubelka-Realschule bereits zu den besten in der ganzen Region gehört, zeigte sich im letzten Schuljahr. Von den 117 Absolventen hatten immerhin 13 Schüler einen Einserschnitt im Abschlusszeugnis. Mit dem neuen SE-Programm dürfte sich diese Zahl in den nächsten Jahren steigern.

Unterzeichnet wurde das zukunftsweisende Programm für die Schulaufsicht von MB Ernst Fischer und Landrat Thomas Eichinger, für das Kollegium vom Personalratsvorsitzenden Sebastian Bader, für den Elternbeirat von Martina Feneberg und für die Schülerschaft von Schülersprecher Christian Thurner.

Dieter Roettig

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