Junge Gäste bei den "Sommermusiken"

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Die siebzehnjährige Hannah Jacobs begeisterte mit ihrem Fagott-Solo in der Aula der Berufsschule.

Landsberg – Eine kleine Assoziationsübung zum Thema „Landsberger Sommermusiken“? Musik auf höchstem Niveau, ungewöhnliches, erfrischendes Programm, lockerer, fast familiärer Rahmen, und warm, sehr warm. All das traf auch auf das Abschlusskonzert am Sonntagabend zu, und noch viel mehr…

Seit mittlerweile 16 Jahren verwandeln die Musiker um den Landsberger Oboisten Christoph Hartmann die Aula der Berufsschule in einen Konzertsaal, verbringen einen Teil ihres Urlaubs im Kloster der Dominikanerinnen, proben, experimentieren, konzertieren. Über den besonderen Charme dieses Sommerfestivals muss nicht mehr viel gesagt werden. Und auch in diesem Jahr wurden die gewohnt hohen Erwartungen des Publikums mehr als erfüllt. Diesmal mit dabei: die „Jungen Sommermusiker (innen)“ Hannah Jacobs, Kulturförderpreisträgerin des Landkreises Landsberg und Nichte Christoph Hartmanns, sowie die zwölfjährige Violin-Solistin Elena Küssner, Tochter des Bratschisten Walter Küssner. 

Hannah Jacobs glänzte mit dem Fagott-Solo in Carl Maria von Webers „Andante und Rondo ungarese in c-moll“. Beeindruckend, wie die Siebzehnjährige mit dem Ensemble harmonierte, mit ihrem Instrument zu verschmelzen schien. Nicht minder eindrucksvoll der Auftritt der zwölfjährigen Elena, besonders nach einem Blick in ihre künstlerische Vita: Solo-Auftritte in Wien und Berlin, eine Konzertreise mit dem Familienquintett nach Japan, im Oktober das Debut in New York? Man ist versucht, den Begriff „Wunderkind“ zu verwenden. Sie bewies ihr Können mit der „Polonaise de Concert Nr. 1 in D-Dur“ von Henryk Wieniawsky. Beide jungen Virtuosinnen wurden mit Bravo-Rufen und stürmischem Beifall bedacht. 

Nicht minder virtuos ging es weiter: mit dem „Klavierquartett Nr. 3 in c-moll“ von Johannes Brahms, eine furiose Reise durch menschliche Gefühlswelten, von Melancholie, Wut bis hin zum vorsichtigen Optimismus, vorgetragen von der wunderbaren Pianistin Angelika Merkle, Annelieke Schäfer (Violine), Henrik Schäfer (Viola) und Clemens Waigel (Cello). Der zweite Teil des Abends stand im Zeichen Robert Schumanns: zunächst die „Drei Romanzen für Oboe und Klavier, in einem Arrangement für Oboe, Fagott, zwei Violinen, Violoncello und Kontrabass von Wolfgang Renz. Furioser Abschluss eines wunderbaren Konzertabends: die „Symphonischen Etüden für Klavier“, ebenfalls von Wolfgang Renz für eine zehnköpfige Besetzung arrangiert: zwei Violinen, Viola, Cello, Kontrabass, Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Horn zauberten so vielschichtige, farbige Klangwelten, die besonders einluden, der Einladung der Künstlerin Katinka Schneweis zu folgen: sie hatte in der Aula transparent-weiße Farbflächen angebracht, die dazu inspirieren sollen, eigene Ge- danken-Bilder zur Musik entstehen zu lassen. 

Sehr langer, begeisterter Applaus, Standing Ovations und Bravo-Rufe begleiteten das Ende der diesjährigen Sommermusiken an diesem Sonntagabend.

Patricia Eckstein

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