"Es wurde etwas gefunden"

Dieses, dem ersten Anschein nach romanisches Taufbecken, ist vergangene Woche bei den Umbauarbeiten am Hauptplatz gefunden worden. Foto: Kruse

Einen spektakulären Fund haben die Bauarbeiten am Hauptplatz in der vergangenen Woche zutage gefördert: Als sie für einen Hausanschluss die Erde aufgruben, entdeckten die Arbeiter unter einem Schutt­haufen ein schätzungsweise 40 Zentimeter hohes und über 40 Kilo schweres, rundes Steingefäß. Dabei dürfte es sich vermutlich um ein romanisches Taufbecken handeln.

Das wäre insofern außergewöhnlich, als von diesen Becken in Deutschland erst sehr wenige außerhalb von Kirchen gefunden wurden, über den Wert könnte dann nur spekuliert werden. Sollte sich der erste Anschein bestätigen, wäre der Taufstein wohl zwischen dem 11. und dem 13. Jahrhundert entstanden. Bei des Redaktionsschluss des KREISBOTEN stand allerdings die Bestätigung und die genaue Datierung des Steins durch die Firma Archbau, die die archäologischen Funde während des Umbaus dokumentiert, noch aus. Wer ist Eigentümer? Spannend dürfte die Frage werden, wem das Becken gehört. Dem Vernehmen nach lag die Fundstelle in einem Privathaus. Dennoch sicherte sich die Stadt Landsberg den Stein, offenbar nachdem man zuvor Rücksprache mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege gehalten hatte und obwohl der Eigentümer das Taufbecken wohl selbst behalten wollte. Auf die Frage, ob sie den Vorgang so bestätigen könne, gibt sich die Pressestelle der Stadt recht einsilbig. Die be­merkenswerte Stellungnahme: „Es wurde etwas gefunden. Die Eigentumsverhältnisse müssen geklärt werden.“ Zweifelsfrei fest steht dagegen, dass das Fundobjekt derzeit auf einem Flur in der Stadtverwaltung auslüftet. „Ver­mutlich hat jemand in der Neuzeit Fett darübergeschüttet“, meint Tiefbauamts-Chef Hans Huttenloher, „es riecht etwas streng.“ Die Stadt plant inzwischen, nach Ende der Bau­arbeiten die Funde in einer Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Bislang ist man neben Resten der alten Stadtmauer auch auf Kupfermünzen, Kacheln und Scheibenreste gestoßen. Keine Steine, keine Arbeit Landsberg – Eigentlich ist es ja eine gute Nachricht: Bei den Umbauarbeiten am Hauptplatz liegt man deutlich vor dem Zeitplan. Genau das sorgt jetzt aber für Probleme: „Wir suchen derzeit nach Arbeiten, die wir vorziehen können“, bestätigt Tiefbauamts­leiter Hans Huttenloher. Mit dem Pflastern wiederum kann noch nicht begonnen werden, da die ersten Steine frühestens Ende des Monats ein­treffen werden. Die günstigen Witterungsbedingungen und das zügige Arbeiten der beteiligten Firmen haben dafür gesorgt, dass man inzwischen gegenüber der Planung mehrere Wochen voraus ist. Das hat man bereits dazu genutzt, die Stichstraße bis zur Sparkasse wesentlich früher als vorgesehen aufzugraben und dort mit der Sanierung der Hausanschlüsse zu beginnen. Denn eine Pause will man auf keinen Fall einlegen, sondern die Gesamtbauzeit so weit wie möglich verkürzen. Allerdings: Langsam gehen den Verantwortlichen die Betätigungsfelder aus. „Wir prüfen, ob wir auf der westlichen Seite bis zum Rathaus hin schon jetzt beginnen können“, sagt Huttenloher, „das ist aber aufgrund des Regionalbusverkehres nicht ganz einfach.“ Somit ist im Moment auch das Warten auf die Pflastersteine aus China angesagt. Die ersten Container sollen inzwischen eingeschifft sein und voraussichtlich Ende Juli in der Lechstadt eintreffen, dann soll auch der erste Arbeitstrupp von Pflasterern angefordert werden und sofort mit der Arbeit beginnen. Wenn im August die zweite Charge der Steine eintrifft, sollen dann vier Trupps bis zu 300 Quadratmeter am Tag verlegen. Dafür, dass der Granit nicht schon lange in Landsberg ist, können die Lieferanten aus dem Reich der Mitte allerdings wenig. Die Stadt hatte in ihrer Ausschreibung einen Fehler gemacht, woraufhin ein Mitbieter Einspruch gegen das Ergebnis einlegte. Solange man sich damit auseinandersetzen musste, konnten die Steine nicht bestellt werden, die Verzögerung belief sich schließlich auf mehrere Wochen. Damit wird vermutlich der erste Bauabschnitt auch nicht früher als geplant vorgesehen abgeschlossen werden können – der vorgesehene Termin (Ende Oktober) soll laut OB Mathias Neuner (CSU) wiederum nicht gefährdet sein.

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