X-Men machen Pause

Die Münchener brachten den X-Press mit einem deutlichen 27:12 im Halbfinale zu Fall. Fotos: Krivec

Das hätte nicht sein müssen: Beim Landsberg X-Press ärgerte man sich nach dem 12:27 bei den Munich Rangers auch über eigene Fehler. Nach dem Ausscheiden im Bayernliga-Halbfinale gegen den Favoriten ist für die „X-Men“ die Spielzeit beendet. Präsident Knut Dins zog direkt nach dem Spiel dennoch ein positives Fazit: „Es war eine super Saison. Einige waren nach dem Aufstieg ja der Meinung, wir hätten in der Bayernliga nichts verloren. Das haben wir eindrucksvoll widerlegt, ich denke, das Erreichen der Play-Offs spricht für sich.“

Unter dem Strich wäre sogar das Finale drin gewesen, doch im Münchner Dantestadion nutzten die Rangers vor über 700 Zuschauern ihre Chancen besser. Gleich mit dem ersten Drive arbeiteten sich die Gastgeber weit nach vorne, Quarterback Zettl fand mit seinem Pass Tight End Chaar – nicht zum letzten Mal an diesem Nachmittag. Das 7:0 hielt lange, vor allem, weil die Rangers die Offense der Landsberger – immerhin die beste der Liga – überraschend gut im Griff hatten. Die Wide Receiver waren fast immer gedeckt, beim Laufspiel durch die Mitte rannte man sich mehrmals fest. Dass der X-Press über einen ausgezeichneten Quarterback verfügt, hatte sich ebenfalls schon bis München herumgesprochen. Dementsprechend versuchten die Rangers, Jason Bertrand zu stellen, wo es nur ging. Da er auch nicht immer besonders gut geschützt wurde, kam der Kanadier ein ums andere Mal erheblich unter Druck. Vier Sacks, sechs überworfene Pässe und eine Interception, bei der kein Landsberger Passempfänger weit und breit stand – eine ungewöhnliche Bilanz für den bislang überragenden Spielmacher. Noch dazu fehlte bei Landsberg der etatmäßige Long Snapper, sein Stellvertreter warf den Ball zweimal weit über Bertrand hinweg, was jedesmal großen Raumverlust bedeutete. „Ich glaube, Jason wollte heute zuviel“, resümierte Knut Dins. „Er hat sich selbst extrem unter Druck gesetzt und wahnsinnig viel auf seine Schultern geladen. Je schlechter es dann lief, umso mehr wollte er die Dinge alleine lösen.“ Erfolgreich war das nur zweimal: Sekunden vor der Pause fand Bertrand Rene zur Mühlen mit einem schönen Pass zum 7:6. Das gleiche Kunststück gelang ihm kurz vor Ende der Partie. Da wurde zur Mühlen zwar noch an der 2-Yard-Linie gestoppt, doch mit einem kurzen Pass auf Dominik Krahn gab es die nächsten Punkte – da allerdings war das Spiel längst zugunsten der Münchner ent­- schieden. Die hatten nach der Interception mit Laufspiel schnell Yard um Yard errungen, stellten auf 14:6, sackten Bertrand ein weiteres Mal und kamen durch die Kombination Zettl/Chaar gleich wieder bis an die 1-Yard-Linie. Mit dem folgenden Lauf und dem Extrapunkt stand es nach dem dritten Viertel 21:6. Zwar kamen die X-Men im Schlussabschnitt noch zweimal zur Möglichkeit zu verkürzen, aber man schaffte es nicht, den Ball von der 3-Yard-Linie in vier Versuchen in der Endzone unterzubringen. Einmal rutschte der Ball dem Receiver in der Endzone durch die Finger, dann kamen auch noch einige frag­- würdige Entscheidungen der Schiedsrichter dazu. Spielentscheidend war das aber nicht, eher schon das konsequentere Spiel der Münchner. Spätestens nach dem 27:6 durch einen weiteren schönen Pass in die Endzone waren die Messen gelesen. Statt zum Finale gegen Feldkirchen geht es für die X-Men aus Landsberg jetzt in die Saisonpause. Am 11. August steigt die interne Abschlussparty, zwei Tage später fliegt Quarterback Bertrand zurück nach Kanada. Ob er seine Zelte in der kommenden Saison wieder in der Lechstadt oder anderswo in Europa aufschlägt, wird sich voraussichtlich bis Ende Oktober entscheiden.

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