Mit Lärchen-Harz zum Erfolg

Yuhan Ye aus Landsberg gewinnt ersten Preis bei »Jugend forscht«

Yuhan Ye
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Yuhan Ye aus Landsberg hat bei „Jugend forscht“ einen ersten Preis gewonnen. Jetzt geht es zum Landeswettbewerb.
  • Susanne Greiner
    vonSusanne Greiner
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Landsberg – Sie ist 16 Jahre alt und forscht bereits im Bereich Biologie und Chemie: Yuhan Ye aus Landsberg, die das Marien-Gymnasium in Kaufbeuren besucht, hat in ihrem Chemie-Projekt Kleber aus Baumharzen untersucht. Und erreichte damit beim Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ den ersten Platz. Jetzt steht für sie der Landeswettbewerb vom 24. bis 26. März an.

Anfang 2020 konnte Yuhan aufgrund ihres Alters nur an der „Jugend forscht“-Juniorensparte „Schüler experimentieren“ teilnehmen und erreichte den 2. Platz. Dieses Jahr hat sie es im Regionalwettbewerb auf Platz 1 geschafft. Und wurde sogar mit einem Sonderpreis im Bereich „nachhaltige Rohstoffe“ ausgezeichnet.

„Während eines Spaziergangs im Wald habe ich mit meinen Fingern in ein klebriges Zeug reingefasst – Harz.“ So beschrieb die Anfang 2020 14-jährige Yuhan die Initialzündung für ihr Forschungs-Projekt. Sie habe sich gefragt, ob man mit diesem Harz auch einen nutzbaren Kleber herstellen könne, erzählte Yuhan letztes Jahr. „Zuerst habe ich das Harz in Aceton aufgelöst und dieses wieder teilweise verdampft“, beschreibt die Gymnasiastin. Danach filterte sie den Schmutz aus der Substanz und schmierte sie auf ein Plastikblättchen, auf das sie ein zweites Blättchen klebte. Am nächsten Tag maß sie die Klebekraft und bestimmte, welche Kraft aufgewendet muss, um die zusammengeklebten Scheiben zu trennen.

„Damals war mein Projekt noch nicht so ausgebaut“, erzählt Yuhan heute. Für den Regionalwettbewerb hat sie zusätzlich mehrere Lösungsmittel geprüft, ebenso unterschiedliche Harzsorten: „Lärche hat die beste Klebekraft“, hat die 16-Jährige herausgefunden, Fichte und Kiefer sind weniger gut. Die Klebekraft hat sie jetzt auch auf Papier und Holz untersucht und die Ergebnisse in ihrem Papier zusammengefasst.

Der Wettbewerb lief online ab. „Vor der Videokonferenz zur Preisverleihung war ich richtig aufgeregt“, erzählt Yuhan. Aber dann habe sie sich vorgestellt, sie sei in der Schule und stelle das Projekt ihren Lehrern vor. „Dann war ich relativ entspannt. Und es lief ganz gut.“

Für den bayerischen Landeswettbewerb, der am 24. März startet, wird Yuhan Ye ihre Forschung noch weiter ausarbeiten. Andere Holzspatel mit „weniger Scherkraft“ verwenden, erklärt sie. Weitere Versuche durchführen und mehr Durchschnittswerte bestimmen – was Forscher generell eben so machen. Für den Landeswettbewerb gilt es, die Daumen zu drücken. Ihrem Ziel, einen umweltfreundlichen Harzkleber für Papier und Holz herzustellen, ist Yuhan jetzt schon einen Schritt näher.
Susanne Greiner

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