Verkehrsstatistik 2015:

Alkohol im Abwärtstrend

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Zu schnell unterwegs – das ist eine der häufigsten Ursachen für Unfälle im Landkreis. Dem will die Polizei mit Geschwindigkeitsüberwachung entgegensteuern.

Landkreis – Die Zahl der Verkehrsunfälle im Landkreis ist im vergangenen Jahr leicht angestiegen. Pro Tag ereigneten sich auf den Straßen im Landkreis etwa acht bis neun Unfälle. Trotz leichtem Anstieg liege man aber mit 3086 Fällen im Mittel der letzten zehn Jahre, führt Verkehrssachbearbeiter bei der Landsberger Polizeiinspektion Franz Kreuzer aus.

Dass es 2015 zu einem Anstieg an Verkehrsunfällen gekommen ist, führt Franz Kreuzer auch darauf zurück, dass es immer mehr sogenannte Kleinunfälle gibt. Beziehungsweise darauf, dass immer mehr Leute solche Kleinunfälle mit Dellen oder Kratzern bei der Polizei melden. „Das begrüßen wir sehr“, so der Verkehrssachbearbeiter. Haupt­ursachen für Unfälle sind Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren. Auch Fehler beim Überholen liegen mit 22,3 Prozent weit vorne bei den Unfallursachen.

Vor allem ein Thema bereitet der Polizei Sorgen: Je höher die Geschwindigkeit, desto schlimmer die Folgen, wie die Statistik zeigt: Bei der Hauptunfallursache Geschwindigkeit wurden 237 Unfälle mit 114 Verletzten registriert. Wegen zu schnellen Fahrens verloren 2015 fünf Menschen ihr Leben. Insgesamt sind zehn Todesopfer auf den Straßen im Landkreis zu verzeichnen. Den Rasern will die Polizei mit der Laserpistole entgegenwirken: 164 Einsatzstunden haben die Landsberger Beamten mit der Geschwindigkeitsüberwachung verbracht und dabei 329 Beanstandungen feststellen können.

Weiter auf dem Abwärtstrend ist hingegen Alkohol. Mit 2,5 Prozent sinkt Alkohol als Unfallursache 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent. „Bei Jugendlichen hat hier offenbar ein Umdenken stattgefunden“, stellt Kreuzer fest. Vor allem dürfte dazu die Null-Promille-Grenze für Fahranfänger sowie die Möglichkeit des begleiteten Fahrens beitragen.

Leicht zugenommen haben, laut Franz Kreuzer, auch Verkehrsunfälle, an denen Fahrradfahrer beteiligt sind. 144 solcher Unfälle waren es im vergangenen Jahr, 128 Personen wurden dabei verletzt, drei starben. Was den Sachbearbeiter ärgert: Häufig seien Radfahrer verkehrswidrig unterwegs, beispielsweise wenn sie entgegen der Fahrtrichtung fahren. Einen weiteren Punkt mahnt Kreuzer an: Die meisten Radler seien immer noch ohne Helm unterwegs.

Gerade im Frühjahr und speziell in der Dämmerung passieren sie am häufigsten: Wildunfällle. Auch im Landkreis ist im vergangenen Jahr ein Anstieg zu verzeichnen. 572 Wildunfälle gab es 2015, ein Jahr zuvor waren es noch 512. Die wachsende Wildschwein-Population könnte, Franz Kreuzer zufolge, eine Ursache dafür sein. Denn neben Rotwild ist auch immer mehr Schwarzwild an den Unfällen beteiligt.

Ein weiterer besorgniserregender Trend: Es kommt zu immer mehr Fahrerfluchten. 649 Fälle von unerlaubtem Entfernen vom Unfallort wurden im vergangenen Jahr registriert. Das bedeutet einen Anstieg von fast zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Gründe für den Anstieg könne man nicht fixieren, sagt Kreuzer. „Wir sind auf Zeugen angewiesen“, so der Verkehrssachbearbeiter.

Astrid Erhard

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