Erwin Karg auf Sendung:

Als Bürgermeister "a arme Sau"

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Sprach in der ZDF-Doku „Zwischen Wunsch und Wirklichkeit“ Klartext: Erwin Karg.

Fuchstal – Bekannte Politiker wie Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann oder FDP-Chef Christian Lindner kommen in der 43-minütigen Sendung zu Wort; aber am meisten zu sagen hatte in der ZDF-Dokumentation „Zwischen Wunsch und Wirklichkeit“ über erneuerbare Energien ausgerechnet der Bür­ger­meister aus dem Fuchstal: Erwin Karg erhielt in der Sendung die meiste Redezeit. Und er wurde im Film als erster Gesprächspartner eingeblendet – schon nach 34 Sekunden.

Da ist in der Doku gleich zweimal sein Ausspruch zu hören: „Wenn ma als Bürgermoaschter mit Windkraft zum toa hot, isch ma a arme Sau“. Diesen Satz bezieht Karg auf seine Erfahrungen, ehe die vier Windkraftanlagen im Kingholz 2015 genehmigt wurden und 2016 in Betrieb gehen konnten.

Karg erinnert in der Sendung, die am Donnerstagabend um 22.15 Uhr ausgestrahlt und danach in die Mediathek eingestellt wurde, an seine Erfahrungen mit dem Bau der Windräder. Mit leichter Ironie spricht er vom „allseits geschätzten Ministerpräsident Horst Seehofer“, der 2011 nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima zunächst das Ziel ausgegeben hatte, in Bayern 1.500 Windräder zu bauen. Später habe Seehofer bei politischem Gegenwind mit der 10 H-Abstandsregelung die Energiewende mit dem Bau von Windkraftanlagen freilich gewaltig ausgebremst.

Karg wird mehrmals eingeblendet. Wie er im schwarzen, kurzärmeligen Hemd und in der Jeans auf der Wiese im Asch­tal steht und in die Landschaft schaut. Wie er am Schreibtisch im Fuchstaler Rathaus im dicken Ordner in den Unterlagen zur Genehmigung der vier Windräder blättert. Wie er, nachdem die farbigen Felder und Äcker des Fuchstals ebenso wie der Leederer Kirchturm aus der Vogelperspektive zu sehen sind, erneut interviewt wird und dabei deftig aufträgt: Er habe manchmal das Gefühl gehabt, dass die die höhere Naturschutzbehörde von Horst Seehofer direkt eine Order bekommen habe, „unsere Anlagen plattzumachen“. Gemeint sind die damals noch nicht gebauten Windräder.

In dem Film von Birgit Tanner geht es auch um den zweijährigen Versuch der Stadtwerke Mainz, Strom aus Windkraft zu Wasserstoff zu wandeln und zu speichern, um ihn bei Bedarf als Wärme zu nutzen. Sektorkopplung ist dafür der Fachbegriff. Desweiteren wird das Thema E-Mobilität beleuchtet – zu sehen ist auch, wie Karg im weißen E-Golf der Gemeinde Fuchstal unterwegs ist.

Ein Resümee nach dem mehrmaligen Karg-Auftritt in der Doku: Beim Thema Energiewende und Windkraft ist der Fuchstaler Rathauschef, politisch kampferprobt, lokal, regional und bundesweit auf Sendung. Und das nicht nur im Fernsehen. Er schildert dazu auch in anderen Gemeinden seine Erfahrungen. Und regelmäßig vor Besuchergruppen vor Ort im Kingholz.

Johannes Jais

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